Die Schuppen aus dem Baumarkt gefallen den Schneiders nicht. Deshalb plant, designt und baut Hans kurzerhand seine eigene Version

Laube Marke Eigenbau

Hanna Schneider
4 Min

Nun war im Rosenhäuschen endlich alles an seinem Platz und auch der Garten nahm Gestalt an. Allerdings standen Spaten, Harken und Rasenmäher noch obdachlos in einer Ecke des Areals herum. Nur eine Plane schützte sie dort vor Wind und Wetter. Den Winter würden die Gartengeräte dort nicht unbeschadet überstehen. Beizeiten machten Hans und ich uns daher auf die Suche nach einem Schuppen, den wir im hinteren Teil des Gartens platzieren wollten."Ich möchte aber keinen hässlichen Bretterverschlag. Schließlich schaut man vom Haus aus immer direkt auf die Laube", gab ich zu bedenken. Ansehnlich sollte das Gerätehaus sein, da waren Hans und ich uns einig. Und warum durfte der Sichtschutz -das Multifunktionsgebäude sollte uns auch vor den neugierigen Blicken der Passanten schützen -nicht obendrein auch noch selbst ein Blickfang sein?Bei Spaziergängen durch die Siedlung Siemensstadt, durch Laubenkolonien in unserer Nähe und beim Bummel durch die Baumärkte suchten Hans und ich nach einem Modell, das uns gefallen könnte: groß genug für unsere gesammelten Gerätschaften und dazu noch erschwinglich wäre. Auch im Internet stöberten wir auf den Seiten verschiedener Anbieter.Dort fanden wir interessante und ungewöhnliche Entwürfe. Das Spektrum reichte von der urigen Schwedenkate in Kleinformat bis hin zum hochmodernen Kubus. Dennoch gestaltete es sich schwierig, eine ausreichend große Laube zu einem angemessenen Preis zu finden. Als Hans dann auf Blockbohlenhäuser zum Selbstbauen stieß, war schnell die Idee geboren: "Ich baue unser Gartenhaus selbst." Die Renovierung des Rosenhäuschens hatte den Heimwerker in ihm geweckt ...Stundenlang machte sich Hans nun im Internet und durch die Lektüre von Fachliteratur über verschiedene Bauweisen und die Berliner Bauordnung schlau. Darüber hinaus wägte er das Für und Wider von Pult-, Sattel-, Stufen- oder Tonnendach sorgfältig gegeneinander ab. Schließlich entwarf Hans einen Schuppen, der für uns wie maßgeschneidert war, und, so hoffte ich, auch tatsächlich die Augenweide sein würde, die ich mir wünschte.Davon überzeugte mich die Überraschung, die Hans sich hatte einfallen lassen, jedoch schnell: An einem Sonnabend unternahm er mit mir einen Ausflug ins Berliner Umland. Draußen auf dem Dorf fand ich mich auf einem alten Hof wieder, der vollgestopft war mit gebrauchten Baumaterialien: Alte Kacheln, Dielen, Öfen und Waschbecken hatte der Händler hier zusammengetragen. Dazu noch eine unübersichtlich große Menge an Kastenschlössern, dazugehörigen Schlüsseln, Fenstergriffen und anderem kleinteiligen Zubehör. Allesamt hatte er die in die Jahre gekommenen Schätze aus Abbruchhäusern gerettet, katalogisiert und auf dem Anwesen gelagert -ein Fundus für Freunde historischer Baustoffe. Zu denen zählte offenbar auch Hans seit Kurzem.Gemeinsam kletterten wir in einem der Nebengebäude unters Dach: Zig Balkontüren, wie sie in Häusern aus der Jahrhundertwende zu finden sind, standen hier in Reih und Glied. Wir wählten dafür eine gut erhaltene Doppeltür mit für die Zeit um 1900 typischen Füllungen und Verzierungen aus. Etwas aufgearbeitet und frisch lackiert gäbe sie dem sonst recht schlicht gehaltenen Schuppen die besondere Note.Schon wenige Wochen später -Hans hatte in jeder freien Minute fleißig gezimmert -konnte ich mich davon überzeugen. Nachdem Hans den Rohbau errichtet und die Wände dann Brett für Brett hochgezogen hatte, kam zudem noch Farbe ins Spiel. Nicht nur um das Holz vor den Einflüssen von Regen, Schnee und Sonne zu schützen, sondern auch aus ästhetischen Gründen: Unser Schuppen erstrahlt inzwischen in Weiß und freundlichem Taubenblau -und ist damit ein würdiges Zuhause für Spaten, Schlauch und Co., ein Blickfang für Hans und mich -und für alle Passanten, denen das Gerätehaus die Einsicht in unseren Garten versperrt.------------------------------SERVICEHütten kaufenIm Internet finden Gartenbesitzer Angebote für Geräteschuppen in zahlreichen Ausführungen. Beim Spezialisten für Holzhäuser kann man gezielt nach Größen, Preisklassen, Wandstärke oder Bauart suchen.www.holz-haus.de(Gartenhaus, Gerätehaus)Anleitungen für den EigenbauWer sein Gartenhaus eigenhändig zusammensetzen will, findet im Bauplan-Archiv der Internet-Plattform Heimwerker.de Anleitungen für verschiedene Lauben-Modelle.www.heimwerker.deFarbe im SpielHinweise zum Anstrich und zur Pflege der Holzhäuser gibt es ebenfalls im Internet.www.gartenhaus.de(Pflege und Farbe)Beziehen kann man den farbenfrohen und wetterbeständigen Anstrich für die Laube auch über das World Wide Web, zum Beispiel bei folgenden Anbietern:www.schwedischer-farbenhandel.dewww.farrow-ball.comBuchtipp"Lauben und Hütten: Einfache Paradiese selbst gebaut", von Claudia LorenzLadener, Ökobuch Verlag 2006, 188 Seiten, 22,90 Euro.------------------------------Foto: Verbindung aus Alt und Neu: Die historische Tür gibt der Laube ihren individuellen Charakter.

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