Spurensuche in Köpenick. Wie konnte es bei der 3:4 (0:3)-Niederlage gegen den VfL Bochum zu einer solch desaströsen ersten Halbzeit kommen? Spieler und Trainer des 1. FC Union Berlin suchten nach Abpfiff nach Antworten. Die Stimmen zum Spiel.
Brenden Aaronson: Jeder hat gesehen, dass die erste Halbzeit nicht gut genug war, um heute zu bestehen. Wir waren nicht bereit. Positiv ist aber die zweite Halbzeit, in der wir eine Reaktion gezeigt haben, Chancen kreiert und nach vorne gespielt haben. Ich war in der letzten Saison mit Leeds United in genau derselben Situation, da heißt es jetzt, als Team dagegenzuhalten und gemeinsam alles dafür zu tun, dass wir die Liga noch halten. Meiner Meinung nach ist das Verhältnis der Spieler zum Trainer gut, nur leider haben wir unsere Leistung heute zu lange nicht auf den Platz bekommen.
Rani Khedira: Es gibt keine Erklärung für das, was in der ersten Halbzeit passiert ist. Ansonsten hätten wir es da schon versucht abzustellen. Eigentlich hat uns die Gänsehaut-Atmosphäre, die heute schon vor Anpfiff auf den Rängen geherrscht hat, total gepusht. Vielleicht haben wir aber auch überdreht und uns damit selbst den Stecker gezogen. Der Trainer hat uns in der Halbzeit an unserer Ehre gepackt, wir wussten, dass ein Tor reicht, um das Stadion wieder anzuzünden. Mit Blick auf die erste Halbzeit fehlen einem natürlich die Argumente für den Klassenerhalt.
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Heiko Butscher (auf der Pressekonferenz): Aus meiner Sicht war das heute ein richtig krankes Fußballspiel. Eines, das gezeigt hat, warum wir diesen Sport alle so sehr lieben. Wir haben eine fast perfekte erste Halbzeit gespielt, in der unser Matchplan sehr gut aufgegangen ist. In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir keinen einzigen Schritt weniger machen dürfen, weil uns klar war, dass Union reagieren wird. Leider haben wir dagegen in der zweiten Halbzeit nicht sofort ein Rezept gehabt und sind zunehmend unter Druck geraten. Es war unfassbar spannend, aber die Mannschaft hat alles gegeben und sich gewehrt. Das war für uns ein großer Schritt, aber noch nicht der entscheidende.
Nenad Bjelica (auf der Pressekonferenz): Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Zuerst hat Bochum toll gespielt, wir dagegen haben sehr nervös gewirkt. Zur Pause haben wir einiges verändern können, dadurch sind wir bis zum Schluss im Spiel geblieben und hatten die Chance auf einen Punkt. Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir diesen Punkt auch verdient gehabt. So bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als uns auf den nächsten Gegner zu fokussieren.
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