Die Urenkelin des Gründers hat die Geschichte des Bürgerparks erforscht: Mehr als vergilbte Fotos

PANKOW. Die Tochter war schuld. Als sie vor vier Jahren geboren wurde, stand für Astrid von Killisch-Horn fest: Sie wollte ihrem Kind nicht nur vergilbte Familienfotos zeigen. Dafür sei die Geschichte der Familie Killisch von Horn doch zu spannend. Seit drei Jahren erforscht die heute 44-Jährige deshalb die Geschichte des Pankower Bürgerparks. Den hatte ihr Urgroßvater, der Zeitungsverleger Hermann Killisch von Horn, im Jahr 1856 für 18 000 Taler gekauft und zu einem prunkvollen Park ausgebaut.Hermann Killisch von Horn war reich, er hatte sich durch Adoption einen Adelstitel verschafft, er liebte Orchideen, sammelte Münzen und gründete 1855 die Berliner Börsenzeitung. "Mein Urgroßvater hatte einen Drang zu Höherem und zu Besserem", sagt seine Urenkelin über ihn. Sie recherchierte in Zeitungsarchiven, im Zentralen Grundbuchamt, im Landes- und Stadtarchiv, in Dokumenten ihrer Verwandten. Im Internet ersteigerte sie sogar eine alte Akte aus dem früheren Bauamt Pankow, das einst abgebrannt war.Eintausend Fotos über den 150 Jahre alten Bürgerpark hat sie heute, allein die Quellenangaben für ihr Manuskript füllen 44 Seiten. Astrid von Killisch-Horn ist die Bürgerpark-Expertin geworden, sie kennt alle Daten und Fakten auswendig. Und sie hat in Dokumenten viel über ihren Urgroßvater erfahren. "Er liebte den Park. Morgens joggte er dort eine Dreiviertelstunde", sagt sie. Hermann Killisch von Horn baute ein Herrenhaus und eine Orangerie, ein Tempel mit einer Statue kam hinzu. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Als Hermann Killisch von Horn im Jahr 1886 starb, sollten Mietskasernen auf dem Gelände gebaut werden. Die Pankower Politiker verhinderten das. Pankow kaufte den Bürgerpark im Juli 1907 und verpflichtete sich, ihn als öffentlichen Park zu erhalten. Im Krieg wurde die Anlage zerstört, Anfang der 60er-Jahre wurden das Herrenhaus und Orangerie, beide stark zerstört, abgerissen, neue Wege und Wiesen angelegt. "Heute ist der Bürgerpark für mich einer der schönsten in Berlin", sagt Astrid von Killisch-Horn.Ihre Recherchen sollen jetzt als Buch erscheinen. Im August 2007 feiert der "Verein für Pankow" im Bürgerpark ein großes Fest, mit dem der Parkgründer geehrt werden soll. Dessen Urenkelin wird mit Sicherheit dabei sein und ihre Fotos und Dokumente ausstellen.------------------------------Foto: Astrid von Killisch-Horn im Pavillon des Bürgerparks. Früher stand dort das Herrenhaus ihres ...

BLZ
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PANKOW. Die Tochter war schuld. Als sie vor vier Jahren geboren wurde, stand für Astrid von Killisch-Horn fest: Sie wollte ihrem Kind nicht nur vergilbte Familienfotos zeigen. Dafür sei die Geschichte der Familie Killisch von Horn doch zu spannend. Seit drei Jahren erforscht die heute 44-Jährige deshalb die Geschichte des Pankower Bürgerparks. Den hatte ihr Urgroßvater, der Zeitungsverleger Hermann Killisch von Horn, im Jahr 1856 für 18 000 Taler gekauft und zu einem prunkvollen Park ausgebaut.Hermann Killisch von Horn war reich, er hatte sich durch Adoption einen Adelstitel verschafft, er liebte Orchideen, sammelte Münzen und gründete 1855 die Berliner Börsenzeitung. "Mein Urgroßvater hatte einen Drang zu Höherem und zu Besserem", sagt seine Urenkelin über ihn. Sie recherchierte in Zeitungsarchiven, im Zentralen Grundbuchamt, im Landes- und Stadtarchiv, in Dokumenten ihrer Verwandten. Im Internet ersteigerte sie sogar eine alte Akte aus dem früheren Bauamt Pankow, das einst abgebrannt war.Eintausend Fotos über den 150 Jahre alten Bürgerpark hat sie heute, allein die Quellenangaben für ihr Manuskript füllen 44 Seiten. Astrid von Killisch-Horn ist die Bürgerpark-Expertin geworden, sie kennt alle Daten und Fakten auswendig. Und sie hat in Dokumenten viel über ihren Urgroßvater erfahren. "Er liebte den Park. Morgens joggte er dort eine Dreiviertelstunde", sagt sie. Hermann Killisch von Horn baute ein Herrenhaus und eine Orangerie, ein Tempel mit einer Statue kam hinzu. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Als Hermann Killisch von Horn im Jahr 1886 starb, sollten Mietskasernen auf dem Gelände gebaut werden. Die Pankower Politiker verhinderten das. Pankow kaufte den Bürgerpark im Juli 1907 und verpflichtete sich, ihn als öffentlichen Park zu erhalten. Im Krieg wurde die Anlage zerstört, Anfang der 60er-Jahre wurden das Herrenhaus und Orangerie, beide stark zerstört, abgerissen, neue Wege und Wiesen angelegt. "Heute ist der Bürgerpark für mich einer der schönsten in Berlin", sagt Astrid von Killisch-Horn.Ihre Recherchen sollen jetzt als Buch erscheinen. Im August 2007 feiert der "Verein für Pankow" im Bürgerpark ein großes Fest, mit dem der Parkgründer geehrt werden soll. Dessen Urenkelin wird mit Sicherheit dabei sein und ihre Fotos und Dokumente ausstellen.------------------------------Foto: Astrid von Killisch-Horn im Pavillon des Bürgerparks. Früher stand dort das Herrenhaus ihres Urgroßvaters.

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