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Bahnstreik bremst Pendlerverkehr bundesweit aus

In unserem Morgenticker informieren wir Sie von 7 bis 10 Uhr über Themen, die Berlin, Deutschland und die Welt bewegen. Heute beschäftigt uns vor allem der Streik der Lokführer und die Auswirkungen auf den Berliner Verkehr.

unseren Redakteuren
11 Min
Stau auf der L40 nahe Potsdam.

Stau auf der L40 nahe Potsdam.

© dpa Lizenz

10.15 Uhr: Der achte Streik im laufenden Tarifkonflikt soll bis Sonntag dauern. Damit wäre er der längste in der Geschichte der Deutschen Bahn.

10 Uhr: Im Bahn-Tarifkonflikt ist weiter keine Annäherung in Sicht. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber erklärte am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk, es müsse eine Schlichtung in der Sache geben. „Wir werden darauf beharren, dass wir in ein solches Verfahren gehen.“ Er wolle „gern verstehen, welche Argumente die GDL einzubringen hat. Ich habe bisher keine gehört, die gegen eine Schlichtung sprechen“.

9.59 Uhr: Eine Kollegin möchte etwas loswerden: Liebe Lehrer, wegen des Streiks sind Busse und Bahnen sehr gut gefüllt. Es ist völlig unnötig, noch ganze Schulklassen reinzustopfen. Wenn schon Klassenausflüge in dieser Woche sein müssen, dann doch bitte zu Fuß.

9.57 Uhr: Vom Doppelstreik der Bus-, Straßenbahn- und Lokführer in Brandenburg sind auch viele Schüler betroffen. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass sie am Dienstag in einigen Kreisen erhebliche Schwierigkeiten hatten, zum Unterricht zu kommen. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Bereits am Montag habe es teilweise erhebliche Ausfälle gegeben, sagte ein Ministeriumssprecher. Unter anderem seien die Kreise Uckermark und Prignitz betroffen gewesen. Vereinzelt hätten brandenburgische Schüler sogar die Abiturprüfungen verpasst. Die nächsten Prüfungen sind für Mittwoch vorgesehen.

9.55 Uhr: Die Bahngewerkschaft EVG schließt Streiks im Bahnverkehr in der laufenden Tarifrunde ebenfalls nicht aus. Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner bekräftigte am Dienstag im ARD-Morgenmagazin: „Wenn am Ende des Prozesses wir feststellen, dass aufgrund der Eskalation das, was wir wollen, nämlich eine einheitliche Erhöhung für alle Beschäftigten um sechs Prozent und mindestens 150 Euro, nicht realisierbar ist über Tarifverhandlungen, schließen wir natürlich einen Streik auch nicht aus.“ Die Gewerkschaft wolle verhindern, dass die unteren Einkommensgruppen im Tarifkonflikt abgehängt werden. „Das sind Kolleginnen und Kollegen, die für 1100 netto und 800 Euro Miete ihr Leben fristen müssen. Da kann es nicht sein, dass einzelne Berufsgruppen versuchen, aus diesem Kuchen, der zu verteilen ist im Bahnkonzern, mehr raus zu holen.“ Streik sei ein probates Mittel, wenn es am Verhandlungstisch nicht mehr gehe, betonte Kirchner. Im Gegensatz zur GDL streike die EVG allerdings nicht, um Strukturen zu ändern, sondern für mehr Geld.

9.50 Uhr: Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hat vorgeschlagen, durch eine „Moderation“ neue Bewegung in den Tarifkonflikt bei der Bahn zu bringen. Als Moderator sei der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Altbischof Wolfgang Huber, vorstellbar, sagte der Sprecher des Fahrgastverbandes, Karl-Peter Naumann, der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe) in Düsseldorf.

9.48 Uhr: Der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn wird die deutsche Konjunktur Ökonomen zufolge bremsen. Die Kosten in dem aktuellen Bahnstreik könnten sich auf bis zu 750 Millionen Euro summieren, wie Konjunkturexperte Stefan Kipar von der BayernLB am Dienstag erklärte. Damit dürfe die Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal um etwa 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen als ohne Streik.

9.45 Uhr: Auf dem Weg nach Potsdam: Einige Fahrgäste haben trotz des verlängerten Berufswegs noch Verständnis für den Streik. "Solange man sich nicht einigen kann, ist es ihr gutes Recht zu streiken", sagt Marco. In der Woche müsse man sich eben irgendwie arrangieren.

Unser Autor hält den GDL-Streik für den Egotrip eines Einzelnen:

9.43 Uhr: Und es gibt Neues von der S-Bahn:

9.35 Uhr: Die Bahnsteige an der U2 am Potsdamer Platz sind voll, die Züge gefüllt.

9.25 Uhr: Es kommt wie angekündigt: Auf vielen Autobahnen und Straßen gibt es Stau. Besonders lang sind die Stockungen auf der A 111 und A 115 (Avus), aber auch im Osten Berlins klumpt der Verkehr stärker als sonst. Pech: Auf der Kreuzung Prenzlauer Allee/ Tor-/ Moll-/ Karl-Liebknecht-Straße funktionieren die Ampeln nicht, Polizeibeamte regeln den Verkehr. Folge: Stau auf der Prenzlauer Allee – bis zum S-Bahnhof.

9.23 Uhr: So sieht Streikmüdigkeit aus: Erneut meldeten sich am Dienstag bei der S-Bahn mehr Fahrerinnen und Fahrer zum Dienst als erwartet. Für die S-Bahn-Fahrgäste bedeutet das: Es fahren mehr Züge, der Ersatzfahrplan kann aufgestockt werden. So verkehrt die S 5 aus Strausberg nicht nur zum Alexanderplatz, sondern weiter bis Friedrichstraße. Und die S 7 zum Alexanderplatz, die anfangs erst am S-Bahnhof Marzahn einsetzte, startet seit 7.30 Uhr bereits in Ahrensfelde. Gut möglich, dass die S-Bahn 35 Prozent ihres sonst üblichen Zugangebots trotz Streiks auf die Schienen bringt – angepeilt waren 30 Prozent.

Hier der aktuelle Ersatzfahrplan

9.20 Uhr: Megavoll ist es natürlich auch in der U1 von der Warschauer Straße Richtung Gleisdreieck. Die U-Bahn fährt wegen Bauarbeiten nur alle 10 Minuten. Viele schaffen es nicht in die U-Bahn. Auch wer die Tram nutzt, muss mit Verspätungen bis zu 10 Minuten rechnen. Die Menschen sind noch relativ entspannt, manche wissen nicht mal, dass überhaupt Streik ist.

9.15 Uhr: Erstmal kommt der 285er Bus nicht, obwohl die BVG doch gar nicht streikt. Stau in der Argentinischen Allee, Ecke Clayallee. Die Stadtbahn fährt im Westen nicht, auch die U2 ist unterbrochen. Daher geht es heute mit der U3, U7 und U8 von Dahlem zum Alexanderplatz. Immerhin gibt es fast auf der ganzen Strecke freie Sitzplätze. Nur in der U7 ist es knallvoll.

9.08 Uhr: Auch in Zeiten des Streiks gibt es noch gute Nachrichten (auf Twitter):

9.06 Uhr: Der RE 4 aus Rathenow Richtung Ludwigsfelde fuhr auf dem Bahnhof Dallgow um 8.39 Uhr planmäßig ab. Er gehört zur ODEG und deren Züge sind vom Streik nicht betroffen. Das hat sich unter Pendlern rumgesprochen. Der Zug ist etwas voller als normalerweise.

9.05 Uhr: Übrigens staut es sich in der Hauptstraße gen Ostkreuz wirklich. Aber nicht so sehr wie befürchtet. Montags ist es auch nicht voller. Der 240er-Bus ist erstaunlich leer. Eine Menschentraube steht an der Haltestelle S-Bahnhof Ostkreuz.

9.00 Uhr: Bahnstreik? Die U8 ist beinahe leer für ihre Verhältnisse - entspannt in den Tag - mit Sitzplatz. So schildert es eine Kollegin. Vielleicht fahren ja alle Kreuzberger heute Fahrrad.

8.45 Uhr: Die U5 zum Alexanderplatz, eine Alternative zur S-Bahn, ist spürbar voller als sonst. Und auch die Mineralölkonzerne reagieren: der Preis für Super steht kurz vor 1,50 Euro. Zufall, wenn mehr Autos unterwegs sind? Kaum!

8.40 Uhr: Chaos im Berufsverkehr: Auf dem Mehringdamm herrscht ein einziger Stau - vom Platz der Luftbrücke bis zum Ufer, berichtet unser Kollege.

8.35 Uhr: Köpenick ist zugestaut. Es ist schon an normalen Tagen schwer, aus Wendenschloss in die Innenstadt zu gelangen. Heute steht man noch mehr. Dicht sind der Müggelheimer Damm und die Salvador-Allende-Straße. Auf der Friedrichshagener Straße sind auch viele unterwegs - aber es schiebt sich vorwärts. An der Wuhlheide ist überhaupt nichts los. Man muss 30 Minuten früher losfahren, um die 20 Kilometer zu schaffen. Spannend wird es nachher ums Ostkreuz.

8.30 Uhr: Übrigens. Die kostenlose Streik-Hotline: 08000 99 66 33

8.25 Uhr: Unter www.viz-info.de können sich Autofahrer über die Verkehrssituation in und um Berlin informieren. Rot bedeutet Stau, Gelb Staugefahr. Aktueller Stand: Viel Rot und Gelb auf den Einfallstraßen (u.a. Avus, Stadtring, B 5).

8.23 Uhr: Die S7 wurde bis Ahrensfelde verlängert. Hier der komplette Notfahrplan:

Mehr Infos finden Sie auf der Webseite der Berliner S-Bahn.

8.18 Uhr: Der ADAC befürchtet eine deutliche Zunahme des Autoverkehrs vor allem im Berufsverkehr. Bereits bei den vorangegangenen, kürzeren Streiks kam es zu Staus in und um Berlin.

8.15 Uhr: Der Zug der ODEG hatte zwar 15 Minuten Verspätung, aber er fährt. Die meisten Menschen sind heute früher aufgestanden, um zur Arbeit zu fahren. Verständnis für den Streik haben nur wenige. "Vor allem, dass der Streik für die ganze Woche angekündigt ist, finde ich zuviel", sagt Franziska. Sie ist 28 und arbeitet in Potsdam. Wer eh schon einen Arbeitsweg von anderthalb Stunden hat, ist nun oft doppelt solange unterwegs. "Es fährt, aber es fährt sehr sehr langsam", sagt Franziska.

8.10 Uhr: In Köpenick sind die Straßen in Richtung Innenstadt noch voller als sonst. In der Bahnhofstraße und der Müggelheimer Straße geht es nur im Schritttempo voran. Auch BVG-Busse stehen im Stau.

8 Uhr: Ziemlich warm heute früh auf dem Fahrrad - fast schon schwül fühlt sich das Wetter an. Unser Wetterbericht sagt Werte von bis zu 28 Grad an. Da bleibt auch Gewitter nicht aus...

7.55 Uhr: Vor zehn Jahren wurde das Holocaust-Mahnmal in Berlin eröffnet. Millionen Menschen haben seitdem das Denkmal für die ermordeten Juden Europas besucht. Am Dienstag wollen Bundestagspräsident Norbert Lammert, Initiatorin Lea Rosh und Architekt Peter Eisenman vor Journalisten an die Wirkung des Mahnmals erinnern.

Das Holocaust-Mahnmal ist Gedenk-Ort und urbaner Abenteuerspielplatz.

Das Holocaust-Mahnmal ist Gedenk-Ort und urbaner Abenteuerspielplatz.

© Markus Wächter / Waechter Lizenz

7.52 Uhr: Kurzes Zwischenfazit nach zwei Stunden Berufsverkehr: Schon seit kurz nach sechs sehr viele Autos auf den Straßen, volle Busse und Straßenbahnen, aber kein Chaos. Personal auf den Bahnhöfen hilft, wo es kann. S-Bahnen fahren nach Notfahrplan relativ pünktlich.

7.50 Uhr: Der Berliner Senat will endlich Fortschritte beim seit langem diskutierten Thema Energie erzielen. Deshalb lädt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag die rot-schwarze Regierungsmannschaft zu einer Mini-Klausur ins Rote Rathaus ein. Gemeinsam soll festgelegt werden, wie es in den nach koalitionsinternem Streit und Gerichtsurteilen stockenden Konzessionsvergabeverfahren für Gas und Strom weitergeht. Ergebnisse sollen auf der Senatspressekonferenz (13.00 Uhr) verkündet werden.

7.45 Uhr: Dichte Menschentraube an der Haltestelle des TXL-Bus am Alexanderplatz. Ob alle in den nächsten Bus nach Tegel passen, ist ungewiss. Wer einen Flug gebucht hat, sollte sich unbedingt rechtzeitig auf den Weg machen.

7.40 Uhr: Heute früh am Ostkreuz: S-Bahnen fahren im Rahmen des Notfahrplans wie angekündigt im 20-Minuten-Takt. Lautsprecherdurchsagen geben die nächste Abfahrtszeit bekannt. S9 nach Schönefeld fährt ein, sehr voll. S 5 nach Friedrichstraße ebenso. Keine gute Idee ist es übrigens, auch noch Fahrräder in die vollen S-Bahnen zu stopfen. Zwei haben es versucht am Ostkreuz. Und sind gescheitert.

7.30 Uhr: Der Berliner Fernbahnverkehr von ICE und IC und EC ist weniger stark betroffen. Keinen Streik gibt es im Nahverkehr hingegen bei den Eisenbahngesellschaften ODEG, NEB und EGP im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ODEG. ODEG-Züge der Linie RE2 zwischen Wismar und Cottbus halten zusätzlich in Finkenkrug und Brieselang.

7.25 Uhr: Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag ein Auto in Berlin-Adlershof angezündet. Der Innenraum des Fahrzeugs brannte in der Waldstraße vollständig aus, wie die Polizei mitteilte. Es werde geprüft, ob es für die Brandstiftung ein politisches Motiv gibt und deshalb der Staatsschutz die Ermittlungen übernehmen soll.

7.15 Uhr: Eine 36 Jahre alte Frau ist in Berlin-Kreuzberg beim Zusammenstoß zweier Autos schwer verletzt worden. Sie war Beifahrerin in einem Auto, das in der Nacht zum Dienstag in der Gneisenaustraße vom Fahrzeug einer 29 Jahre alten Frau gerammt worden war. Dabei erlitt die 36-Jährige nach Angaben der Polizei schwere innere Verletzungen und kam ins Krankenhaus.

7.10 Uhr: Bei der Berliner S-Bahn fahren etwa 30 Prozent der sonst eingesetzten Züge. Überhaupt nicht bedient wird die Ringbahn, außerdem fallen sechs Linien aus. Auf den restlichen sieben fahren die Züge nur alle 20 Minuten. Die S5 verkehrt dabei aber nur zwischen Strausberg und Friedrichstraße, die S7 nur zwischen Marzahn und Alexanderplatz. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) versuchen, durch zusätzlichen Einsatz von Bussen für Entlastung zu sorgen.

7 Uhr: Für die Fahrgäste der Deutschen Bahn wird es an diesem Dienstag wieder ungemütlich. Die Lokführer sind in der Nacht um 2.00 Uhr auch im Personenverkehr in den Streik getreten, wie ein Bahnsprecher am frühen Dienstagmorgen bestätigte. Sie wollen ihre Arbeit bis Sonntagmorgen ruhen lassen. Die Güterzüge der Bahn werden bereits seit Montagnachmittag bestreikt. Es ist der achte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt und mit fast sechs Tagen Dauer der längste seit Gründung der Deutschen Bahn 1994.

Guten Morgen Berlin! Wir hoffen, dass Sie nicht sonderlich vom Streik betroffen sind und gut durch den Tag kommen. Schicken Sie uns Ihre Eindrücke gerne an online@berliner-zeitung.de

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