Illegale Rennen, deren der Staat Herr zu werden versucht, sind kein neues Phänomen. Schon vor vier Jahrzehnten sind Jungmänner im Golf GTI oder Opel Manta um die Wette gefahren. Auch damals wollten sie ihren Freundinnen imponieren oder zeigen, was sie für tolle Hechte sind. Allerdings gibt es einen Unterschied zu früher: Der getunte GTI brachte es damals höchstens auf 160 PS. Die Protzkarren, die heute für Rennen benutzt werden, sind 530 PS stark – wie der gemietete BMW, der auf dem Kudamm die Frau und deren Tochter verletzte.
Berlin: Justizsenator will Vermietung PS-starker Autos an Fahranfänger verbieten
Nach dem Tod mehrerer Menschen, weil junge Fahrer diese PS-Monster nicht beherrschten, war es folgerichtig vom Gesetzgeber, Kraftfahrzeugrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeiten, sondern als Straftaten zu verfolgen. Dass Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) jetzt Autovermietungen untersagen will, PS-starke Autos am Fahranfänger zu vermieten, kann ein nützlicher Schritt im Verbund mit der bereits erfolgten Strafrechtsverschärfung sein. Vermieter werden dann in Haftung genommen und riskieren, dass ihr Wagen eingezogen wird.
Leider ist zu befürchten, dass sich die Raser ihre PS-Protze dann eben auf dem Gebrauchtwagenmarkt besorgen und dass die Zahl illegaler Autorennen hoch bleibt. Weil die Zahl der Idioten hoch ist.
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