Ein Slogan kann ein Segen sein. "Freude am Fahren" war und ist es für BMW, "Vorsprung durch Technik" für die VW-Tochter Audi. Drei Worte, die pointiert erzählen, aus welchem Blech diese Autos sind.Vier Worte sind es bei Mercedes-Benz, der dritten unter den deutschen Premium-Marken: "Das Beste oder nichts". Hin und wieder wird ein Slogan auch zum Fluch.Was nicht einmal daran liegt, dass man den Schwaben eitlen Elitarismus vorwerfen könnte. Vielmehr wollen diese Worte nicht zu allen Taten passen, die in den Schauräumen parken. Zu den Modellen der A- und B-Klasse etwa, deren unzeitgemäß durstige Saugbenziner deutlich machen, wie grundlegend Mercedes die Entwicklungen in der Kompaktklasse verschlafen hat. Oder eben -ein anderer Interpretationsversuch -wie zweitrangig kleine und kompakte Modelle in der schwäbischen Prioritätenliste noch immer behandelt werden. Wer unter den Autos mit dem Stern etwa Alternativen zum 1er BMW und Audi A3 sucht, findet die Stummelheckvariante einer längst verflossenen C-Klasse.Und mit einem Basispreis von fast 27000 Euro ist dieser seit zehn Jahren produzierte Mercedes CLC -vor zweieinhalb Jahren gab es ein Facelift samt Namenskorrektur -zudem sogar teurer als die auch nicht gerade günstige süddeutsche Konkurrenz.Soll aber alles anders, besser, ja "das Beste" werden -verspricht Konzernlenker Dieter Zetsche. Und ist deshalb eine Allianz mit der französisch-japanischen Markenfamilie Renault-Nissan eingegangen. Kleine, effektive Basismotoren für die nächste A-Klasse (ab 2012), das erhofft sich Zetsche von den neuen Partnern. Apropos A-Klasse: Deren Neuauflage wird dem Vernehmen nach nicht nur sportlicher, sondern zu einer kompletten Modellfamilie, samt Coupé, Cabrio und SUV. Mercedes holt nun nach, was bei Audi oder BMW längst üblich ist.Bei den größeren Autos hingegen feierte Mercedes zuletzt größere Erfolge -und mit weltweit 118600 verkauften Fahrzeugen in diesem September sogar den erfolgreichsten Monat in der Markengeschichte. Genugtuung dürfte den Schwaben zudem bereiten, dass C- und E-Klasse in den deutschen Zulassungszahlen wieder regelmäßig vor der Konkurrenz aus München und Ingolstadt parken. Alles eine Frage des Alters könnte man allerdings einwenden -mit durchschnittlich gut 56 Jahren hat die Marke mit dem Stern die ältesten Kunden. Jene Klientel eben, die hierzulande noch in große Limousinen investiert.Womit wir wieder am Anfang wären: Mittelfristig muss Mercedes jünger werden. Da reicht es nicht, die noch immer barocke Formensprache um ein paar exzentrische Fugen und Kanten (wie zuletzt bei der auf dem Pariser Salon präsentierten Coupé-Limousine Mercedes CLS) zu ergänzen. Da muss sich der Erfinder des Automobils auch mal ganz mutig neu erfinden. Ganz nach dem Mercedes-Motto: "Das Beste oder nichts".------------------------------Foto: Warten auf die Wachablösung: Die nächste A-Klasse soll ab 2012 zur kompletten Modellfamilie anwachsen.
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