Der Ansatz der App namens Seen Live ist einfach zu erklären. Als persönliches Archiv des Nachtlebens präsentierten die Macher das brandneue Smartphone-Programm. Will heißen: User sollen Events in ihrer Übersicht auflisten können – versehen mit Fotos und mit Videos. Und mit einer Bewertung. Eigentlich. Doch nach viel Kritik in der Club-Szene ziehen die App-Macher nun die Reißleine.
Die Bewertungsfunktion wurde kurzerhand aus der Seen-Live-App eliminiert. Denn während die App-Macher, etwa gegenüber dem Branchenmagazin Mixmag, beteuerten, nur Gutes im Schilde geführt zu haben, in der Hoffnung, dass die App-Features dazu führen, dass Leute Neues in der Musiklandschaft entdecken, hagelte es in der Branche Kritik.
Viele Kommentatoren monierten sinngemäß, die Punktevergabe sei Symptom eines dem Zeitgeist geschuldeten Quantifizierungszwangs. Einige Kritiker assoziierten den Bewertungsdruck gar mit dystopischen Szenarien der britischen Nahzukunft-Sci-Fi-Serie „Black Mirror“, die oft als Beispiel herhalten muss, wenn uns eine schlimme neue Welt dämmert.
Musik
Berghain-Set wie eine Pizzeria bewerten? Warum Seen Live sein umstrittenes Punktesystem killt
In der Szene hagelt es Kritik an der neuen Smartphone-App Seen Live – auch von DJs, die man vom Berliner Nachtleben kennt. Die Macher ziehen nun die Reißleine.
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Auch Auflegen, ob mit Vinyl oder ganz digital, ist Handwerk.
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