Wirtschaft

Trump droht China mit weiteren Zoll-Aufschlägen von 50 Prozent

Donald Trump erhöht den Druck auf China: Er verlangt von Peking die Rücknahme seiner Gegenzölle auf amerikanische Waren. Andernfalls werde das Land mit massiven Extra-Aufschlägen belegt.

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US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

© Chris Kleponis/AFP

US-Präsident Donald Trump hat China mit weiteren drastischen Zöllen gedroht. Wenn Peking nicht bis Dienstag seine Importaufschläge von 34 Prozent auf US-Waren zurückziehe, würden am Mittwoch zusätzliche US-Zölle von 50 Prozent auf chinesische Einfuhren in Kraft treten, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Zugleich kündigte er an, dass seine Regierung mit anderen Ländern über die von ihm verhängten Zölle verhandeln werde, mit China soll es nach seinen Angaben solche Gespräche aber nicht geben.

Trump schrieb zudem: „Gestern hat China Vergeltungszölle in Höhe von 34 % verhängt, zusätzlich zu seinen bereits rekordverdächtigen Zöllen, nicht-monetären Zöllen, illegalen Unternehmenssubventionen und massiven, langfristigen Währungsmanipulationen. Dies trotz meiner Warnung, dass jedes Land, das sich an den USA mit zusätzlichen Zöllen über den bereits bestehenden, langfristigen Zollmissbrauch unseres Landes hinaus rächt, sofort mit neuen und deutlich höheren Zöllen konfrontiert wird, die über die ursprünglich festgelegten hinausgehen“.

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar hatte Trump bereits zwei Tranchen zusätzlicher Zölle in Höhe von zehn Prozent auf alle chinesischen Importe erhoben. Dies sei laut der US-Regierung notwendig, um den illegalen Fentanyl-Fluss aus dem Land in die USA einzudämmen. Letzte Woche kündigte Trump dann zusätzliche 34 Prozent auf alle chinesischen Waren an, die am Mittwoch in Kraft treten sollen. Sollte seine jüngste Drohung mit zusätzlichen 50 Prozent in Kraft treten, würden chinesische Waren, die in die USA gelangen, effektiv mit Zöllen von 104 Prozent belegt.

China kritisiert Trumps Zölle als „wirtschaftliches Mobbing“

China kritisierte am Montag erneut Trumps Zollpolitik und bezeichnete sie als „Missbrauch“, der „das regelbasierte multilaterale Handelssystem schwerwiegend untergräbt und die globale Wirtschaftsordnung und -stabilität stört“. Lin Jian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, sagte: „Die chinesische Regierung verurteilt solche Maßnahmen aufs Schärfste und lehnt sie entschieden ab. Der US-Ansatz ist ein typischer Akt des Unilateralismus, Protektionismus und wirtschaftlichen Mobbings, der anderen schadet und sich selbst zum Verhängnis wird“.

Auch der reiche Trump-Unterstützer Bill Ackman kritisierte das Vorgehen der US-Regierung. Der milliardenschwere Gründer der Hedgefonds-Verwaltungsgesellschaft Pershing Square forderte Trump auf, seine kürzlich angekündigten Handelszölle auszusetzen, andernfalls riskiere er einen „selbstverschuldeten wirtschaftlichen Atomwinter“. Er schlug vor, der Präsident soll den Ländern drei Monate Zeit geben, um ihre Handelsbeziehungen mit den USA neu zu verhandeln. 

„Die Weltwirtschaft gerät aufgrund falscher Berechnungen ins Wanken“, warnte Ackman. Er forderte Trumps Berater auf, ihren Fehler einzugestehen und einen Kurswechsel vorzunehmen, bevor der US-Präsident einen großen Fehler begehe.

Eine weitere prominente Wall-Street-Persönlichkeit unterstützte Ackmans Forderung. Jamie Dimon, der Vorsitzende von JPMorgan Chase, sagte, Trumps Zölle könnten die Preise für Amerikaner in die Höhe treiben.

Trump verteidigte seine Politik und zog sogar eine erste positive Bilanz. In seinem Onlinedienst Truth Social behauptete er mit Bezug auf die ersten Folgen der Zollerhöhungen: „Die Ölpreise sind gesunken, die Zinssätze sind gesunken (die träge Fed sollte die Zinsen senken!), die Lebensmittelpreise sind gesunken, es gibt KEINE INFLATION, und die seit langem missbrauchten USA nehmen wöchentlich Milliarden von Dollar von den missbrauchenden Ländern über bereits bestehende Zölle ein.“

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