US-Präsident Donald Trump hat laut eigenen Angaben Druck auf die Atommächte Indien und Pakistan ausgeübt, um sie zu einer Waffenruhe zu bewegen. „Sie haben sich heftig gestritten, und es schien, als würde es kein Ende nehmen“, sagte Trump im Weißen Haus, als er sich darauf vorbereitete, eine Verordnung zu den Arzneimittelpreisen zu unterzeichnen.
Er habe deshalb beiden Ländern ein Angebot gemacht: „Ich sagte: Kommt schon, wir werden viel Handel mit euch treiben, lasst uns aufhören. Wenn ihr aufhört, machen wir einen Handel. Wenn ihr nicht aufhört, machen wir keinen Handel.“ Trump fuhr fort: „Wir haben einen Atomkonflikt verhindert. Ich denke, es hätte ein schlimmer Atomkrieg werden können. Millionen Menschen hätten getötet werden können, darauf bin ich sehr stolz.“
Seine Regierung habe dazu beigetragen, „einen vollständigen und sofortigen, ich glaube, dauerhaften Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan zu vermitteln“, bekräftigte Trump. Er lobte die Führung beider Länder und sagte: „Ich bin sehr stolz, Ihnen mitteilen zu können, dass die Führung Indiens und Pakistans unerschütterlich und mächtig war – aber in beiden Fällen unerschütterlich. Sie besaßen die Stärke, Weisheit und Standhaftigkeit, den Ernst der Lage vollständig zu erkennen und zu verstehen.“
War Trump wirklich in die Verhandlungen involviert?
Der Konflikt zwischen den beiden Ländern hatte sich zuletzt erheblich verschärft, es gab Gefechte an der Grenze und gegenseitige Luftangriffe. Am Samstag wurde dann überraschend die Einigung auf eine Waffenruhe bekannt gegeben. Welchen Anteil Trump tatsächlich daran hat, bleibt unklar. Der US-Präsident hatte Ende April gesagt, Indien und Pakistan würden ihre Beziehungen untereinander regeln. Das Außenministerium stellte kurz darauf jedoch klar, dass Washington bereits mit beiden Seiten in Kontakt stehe und sie dazu dränge, auf eine „verantwortungsvolle Lösung“ hinzuarbeiten.
Der jahrzehntealte Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan war nach einem Anschlag auf Touristen, bei dem 26 Menschen erschossen wurden, im indisch kontrollierten Teil der geteilten Region Kaschmir wieder aufgeflammt. In einer Eskalation des Konflikts meldeten seit mehreren Tagen beide Seiten gegenseitige Angriffe und Beschuss. Dabei wurden seit vergangenem Mittwoch Dutzende Zivilisten getötet.
Die eigentlichen Ursprünge des Konflikts zwischen den beiden Staaten reichen bis in die Kolonialzeit zurück. 1947 entließen die Briten den indischen Subkontinent in die Unabhängigkeit und teilten diesen auf. Aus der Teilung entstand neben dem überwiegend hinduistischen Indien der neue Staat Pakistan für Muslime. Die gewaltvoll verlaufene Teilung nährt bis heute eine erbitterte Rivalität. Seit ihrer Unabhängigkeit führten die beiden Länder drei Kriege gegeneinander, zwei davon um die Grenzregion Kaschmir.
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