Ein Teil des Ostflügels des Weißen Hauses wird abgerissen, um einen Ballsaal zu errichten. Große Baumaschinen waren einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge am Montag auf dem Gelände zu sehen, die die Fassade des Gebäudes auseinandernahmen.
Demnach befanden sich in dem betroffenen Teil des Komplexes die Büros der First Lady, ein Theater und ein Besuchereingang für ausländische Würdenträger. Nun soll dort ein Ballsaal entstehen, dessen Bau voraussichtlich mehr als 200 Millionen Dollar kosten wird. Die Kosten werden von „Präsident Trump und anderen patriotischen Spendern“ getragen, teilte das Weiße Haus im Juli mit.
Die Bauarbeiten am Ostflügel haben begonnen: Es soll ein neuer Ballsaal entstehen.
© Pedro Ugarte/AFP
„Er zerreißt das Weiße Haus“: Kritik von demokratischen Politikern
Geplant sei eine Erweiterung des Ostflügels, die Platz für etwa 650 sitzende Gäste bieten soll, hieß es in der Erklärung. Das sei deutlich mehr als der East Room mit einer Kapazität für 200 Personen. Nach aktuellen Plänen soll der Ballsaal Reuters zufolge sogar bis zu 1000 Personen aufnehmen können.
Trump hatte vor einigen Monaten erklärt, die Bauarbeiten würden „das bestehende Gebäude nicht beeinträchtigen“. Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte laut der Nachrichtenagentur AP bei der Ankündigung des Projekts im Juli, es werde „nichts abgerissen“.
Bilder der Bauarbeiten wurden in den sozialen Medien zahlreich geteilt. Insbesondere von demokratischen Politikern folgte Kritik. „Er zerreißt das Weiße Haus genauso, wie er die Verfassung zerreißt“, schrieb Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom in einem Beitrag auf X. Die Senatorin für Minnesota, Tina Smith, kommentierte, die Abrissarbeiten am Ostflügel des Weißen Hauses seien „wirklich symbolisch für die Zeiten, in denen wir leben“.
Trump erklärte am Montag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social: „Der Ostflügel, der vollständig vom Weißen Haus selbst getrennt ist, wird im Rahmen dieses Projekts komplett modernisiert und wird nach seiner Fertigstellung schöner denn je sein!“ Seit mehr als 150 Jahren träume jeder Präsident davon, einen Ballsaal im Weißen Haus zu haben, so Trump.
Der heutige Ostflügel wurde im Jahr 1942 während der Amtszeit von Franklin D. Roosevelt und mitten im Zweiten Weltkrieg über einem Bunker errichtet, der für den Notfall des Präsidenten vorgesehen war. In der Vergangenheit mussten einige Veranstaltungen im Weißen Haus, darunter mehrere Staatsessen, Reuters zufolge aus Platzmangel in einem Zelt auf dem Gelände ausgerichtet werden.
US-Präsident Donald Trump präsentiert Goldverzierungen des Oval Office: „Ausländische Staatschefs flippen aus“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de