US-Präsident Donald Trump hat den Milliardär George Soros und dessen Sohn Alexander frontal attackiert und deren Anklage wegen organisierter Kriminalität gefordert. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Mittwoch, die beiden müssten nach dem sogenannten RICO-Gesetz wie Mitglieder einer Verbrecherorganisation strafrechtlich verfolgt werden.
Trump beschuldigte sie unter anderem, „gewalttätige Proteste unterstützt“ zu haben, ohne jedoch Belege vorzulegen. Soros habe zusammen mit seiner „Gruppe von Psychopathen“ den USA „enorme Schäden“ zugefügt, schrieb Trump weiter.
Trump sprach in seinem Post von einer drohenden Bedrohung für die nationale Einheit: „Wir werden nicht zulassen, dass diese Verrückten Amerika weiter auseinanderreißen [...] Seid vorsichtig, wir beobachten euch“.
„Skandalös“: Open Society Foundations (OSF) reagiert
Das von Soros gegründete Stiftungsnetzwerk Open Society Foundations (OSF) reagierte prompt und wies die Vorwürfe als „skandalös und falsch“ zurück. Die OSF habe niemals gewalttätige Proteste unterstützt oder finanziert. Ihr Engagement diene der Förderung von Menschenrechten, Gerechtigkeit und Demokratie, heißt es offiziell.
Zuletzt waren die Theorien und Vorwürfe über Soros im Juni infolge der Demonstrationen gegen das Vorgehen der Trump-Regierung wieder befeuert worden: In Online-Netzwerken zirkulierten Bilder, die belegen sollten, dass von der Familie Soros finanzierte Nichtregierungsorganisationen bei den Demonstrationen Pflastersteine platziert hätten, die auf Polizisten geworfen werden sollten. Trump hatte infolge der Proteste in Los Angeles die Nationalgarde sowie Soldaten des Marines-Corps der Armee in die Stadt beordert.
Der in Ungarn geborene US-Investor George Soros beantwortet Fragen nach seiner Rede am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos am 24. Mai 2022.
© Fabrice Coffrini/AFP
Was macht George Soros?
Der aus Ungarn stammende Soros unterstützt über die OSF Projekte und Nichtregierungsorganisationen in aller Welt. Dabei nennen die OSF unter anderem verantwortungsvolles Regieren und Demokratieförderung als Ziele. Soros gilt als Feindbild vieler Rechtspopulisten, die ihm unter anderem vorwerfen, den Sturz mehrerer unliebsamer Regierung angestrebt zu haben oder eine Migrationskrise in Europa verursacht zu haben. Zudem ist Soros als Jude immer wieder Ziel antisemitischer Anfeindungen.
Im Jahr 2023 gab George Soros seinen Rückzug aus den von ihm gegründeten Organisationen und deren Übernahme durch seinen Sohn Alexander bekannt. Vor der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Alexander Soros die demokratische Konkurrentin Trumps, Kamala Harris, unterstützt. Trumps Vorgänger Joe Biden hatte kurz vor dem Ende seiner Amtszeit George Soros für sein Lebenswerk mit der Freiheitsmedaille des Präsidenten ausgezeichnet, einer der höchsten Auszeichnungen der USA. (mit AFP)
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