Im letzten Zipfel von Berlin, zwischen Kinderspielplätzen und Grünflächen, liegt die Helle Tierarche in Berlin-Hellersdorf. Ein kleiner Hof, auf dem eigentlich sieben vom Aussterben bedrohte Tierrassen zu Hause sind. Darunter seltene Pommernenten, Walliser Schwarznasenschafe und Mangalitza-Wollschweine. Doch am Morgen des 2. Juni sind hier einzig ein paar wenige Katzen auf dem tierverlassenen Hof. Die Gehege sind leer.
Für den Kiez bedeutet das einen herben Verlust: An sieben Tagen die Woche öffnete der Hof kostenlos seine Tore für die Hellersdorfer Familien; regelmäßig besuchten Kita-Gruppen und Schulklassen das Gelände. Für Besucher ist der Hof allerdings schon seit Anfang des Jahres geschlossen.
Am 22. Mai wurde das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf vom Betreiber des Tierhofes, die Helle Tierarche, darüber informiert, dass die Tiere im Oschatzer Ring künftig nicht mehr durch den dort ansässigen Verein versorgt und betreut werden. „Die insgesamt 27 Tiere wurden unversorgt zurückgelassen“, schreibt das Bezirksamt in einer Pressemitteilung vom 28. Mai. Der Bezirk habe sich daher gezwungen gesehen, die Versorgung der Tiere mit eigenen Ressourcen sicherzustellen. Am Montag, den 1. Juni, seien die letzten Tiere auf einen Gnadenhof gebracht worden. Dabei wären einige von ihnen gesundheitlich in einem schlechten Zustand gewesen. Wo genau die Tiere heute untergebracht sind, teilt das Bezirksamt bislang nicht mit.
Doch der bisherige Betreiber sieht sich gar nicht in der Verantwortung, die Tiere würden dem Verein „Helle Tierarche e. V.“ nicht einmal gehören. Außerdem gibt es trotz der dokumentierten Mängel bislang weder eine Strafanzeige noch die Prüfung eines Tierhaltungsverbots. Aber von vorn.
Tierschutz
Drama um die Helle Tierarche: Warum sind die Tiere verschwunden und wer haftet?
Das Bezirksamt musste die Tiere der Helle Tierarche Ende Mai evakuieren. Nun geht es um ungeklärte Eigentumsverhältnisse und die Frage, wer die Verantwortung trägt.
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Hier waren die Walliser Schwarznasenschafe noch auf der Helle Tierarche.
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