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Extremismus

Antisemitische Vorfälle in Deutschland: Deutlicher Anstieg seit Hamas-Überfall

Die Täter fordern die Auslöschung Israels und verherrlichen den Terrorangriff der Hamas: Die Fälle von Antisemitismus in Deutschland sind um über 200 Prozent angestiegen.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Die Polizei hat die Gegend rund um die Synagoge in der Brunnenstraße abgesperrt. Am Mittwoch kam es hier zu einem versuchten Brandanschlag.

Die Polizei hat die Gegend rund um die Synagoge in der Brunnenstraße abgesperrt. Am Mittwoch kam es hier zu einem versuchten Brandanschlag.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Neun von zehn der dokumentierten Vorfälle seien „israelbezogener Antisemitismus“, teilte Rias am Mittwoch in Berlin mit. Israel werde die Schuld an den Massakern der Hamas gegeben, der Staat Israel werde dämonisiert und delegitimiert. Als Beispiel nannte Rias die Demonstration am Potsdamer Platz in Berlin am Sonntag mit rund 1000 Menschen. Dabei seien Parolen gerufen worden, die die Auslöschung Israels gefordert und den Terrorangriff der Hamas verherrlicht hätten.

Schweigeminuten und Kundgebungen für Israel gestört

Darüber hinaus seien 21 Fälle dokumentiert, in denen Kundgebungen und Schweigeminuten für Israel gestört worden seien. „Neben Rufen und Beleidigungen kam es auch zu einer Bedrohung und sechs Angriffen“, teilte Rias mit. So seien in Kiel Menschen bei einer Solidaritätskundgebung angespuckt worden. In 33 Fällen seien Israelflaggen an öffentlichen Gebäuden beschädigt oder entwendet worden. Unter anderem in Mainz sei eine Israelflagge abgerissen und angezündet worden.

Darüber hinaus registrierte Rias seit dem 7. Oktober fünfzehn antisemitische Vorfälle „im Wohnumfeld“. „Wohnhäuser wurden mit Davidsternen beschmiert, was besonders bedrohlich wirkte“, hielt die Meldestelle fest. Allein in Berlin und Nordrhein-Westfalen seien zehn solcher Schmierereien bekannt geworden. Bei drei Vorfällen sei bekannt, dass in den Wohnungen Jüdinnen und Juden wohnten. Diese Markierungen seien wegen der Erinnerung an den Nationalsozialismus besonders verunsichernd.

Rias ist ein Netzwerk von Meldestellen, bei denen Betroffene und Zeugen von antisemitischen Vorfällen berichten können. Die Dokumentationsstelle wird gefördert vom Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus, Felix Klein.

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