„Kunst ist das Mikroskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen.“ Keiner weiß, ob der Verfasser des Zitats, der große Dichter Leo Tolstoi, das Bildnis seiner Odessaer Verwandten Olena Tolstoi jemals sah.
Porträtiert von Domenico Morelli, um 1848 Neapels führender Maler, während einer Italienreise, hatte die junge Gräfin dem Künstler Anlass gegeben, ihren ergreifend melancholischen Blick und ihre geheimnisvoll glitzernde Stola hervorzuheben. Ihr Gatte, Graf Michail Tolstoi, ein wohlhabender, passionierter Kunstsammler, konnte nicht ahnen, dass seine schöne Frau, aus einfachen Verhältnissen stammend, dereinst so etwas wie die Mona Lisa des Museums für Westliche und Östliche Kunst in Odessa sein würde.
Odessa-Berlin
Aus Odessa gerettete Meisterwerke entfalten trotz Krieg ihren Zauber in Berlin
Ein Ereignis in der Berliner Gemäldegalerie: 60 Gemälde des ukrainischen Museums für Westliche und Östliche Kunst, zuerst versteckt, jetzt erstmals hier zu sehen.
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Domenico Morelli: „Porträt Olena Tolstoi“, 1875, Öl auf Leinwand
© Odesa Museum für Westliche und Östliche Kunst/SMB/Christoph Schmidt