Drogen

Heroin ist die neue Mode-Droge

Der Tod des Schauspielers Philip Seymour Hoffman wirft ein grelles Schlaglicht auf eine gefährliche Entwicklung. Im Jahr 2012 haben laut offiziellen Schätzungen rund doppelt so viele US-Amerikaner Heroin benutzt, wie noch fünf Jahre zuvor.

Sebastian Moll
2 Min
Ein Heroin-Abhängiger in Los Angeles bereitet den nächsten Schuss vor.

Ein Heroin-Abhängiger in Los Angeles bereitet den nächsten Schuss vor.

© AP/dpa Lizenz

Im Jahr 2012 haben laut offiziellen Schätzungen rund 660000 US-Amerikaner Heroin benutzt, rund doppelt so viele, wie noch fünf Jahre zuvor. „Heroin ist heute wirklich überall“, sagt Michael Chume, ein ehemaliger Abhängiger, der kürzlich in den USA seine Memoiren veröffentlicht hat. Hauptgrund für die Beliebtheit des Opiats ist zweifelsohne seine leichte und freie Verfügbarkeit. Die Päckchen, die in Seymour Hoffmans Wohnung gefunden wurden, sollen zwischen sechs und 15 Dollar gekostet haben. Ein billigerer Trip ist kaum vorstellbar. Die Dumping-Preise sind nicht zuletzt darauf zurück zu führen, dass die amerikanischen Drogenfahnder sich in den vergangenen Jahren allzu sehr auf Kokain, Crack und Methamphetamin konzentriert haben. In der Zwischenzeit haben mexikanische Drogenkartelle neue Vertriebswege für das Mohn-Extrakt Heroin aufgebaut.

Der Anstieg der Nachfrage nach Heroin auf dem US-Markt wird unterdessen auch damit erklärt, dass es in den USA immer schwieriger wird, an medizinische Opiate heranzukommen. Ärzte sind wegen der Suchtgefahr bei der Verschreibung von Schmerzmitteln in den vergangenen Jahren immer zurückhaltender geworden. Dadurch wurden Patienten, die bereits eine Sucht entwickelt haben, praktisch über Nacht auf Entzug gesetzt. Heroin ist häufig die einzige erschwingliche und leicht zugängliche Alternative.

Philip Seymour Hoffman hatte sich gerade erst dazu durchgerungen, über seine Sucht zu sprechen. Vor zwei Wochen während des Sundance Film-Festivals in Park City gestand er einem befreundeten Journalisten sein Problem. Es war ein Hilferuf. Doch er kam zu spät.

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