Bayern

Drohender Anschlag? AfD-Chefin Alice Weidel sagt wichtigen Wahlkampftermin ab

Der Besuch von Alice Weidel sollte der Höhepunkt des AfD-Wahlkampfes im bayrischen Mödlareuth sein. Wegen einer Bedrohungslage kam es jedoch anders.

Team News dpa/BLZ
3 Min
Alice Weidel ist per Videoschalte zur Wahlkampfveranstaltung in Mödlareuth zugeschaltet.

Alice Weidel ist per Videoschalte zur Wahlkampfveranstaltung in Mödlareuth zugeschaltet.

© Martin Schutt/dpa

Ihr Auftritt sollte der Höhepunkt des AfD-Wahlkampfs in Bayern sein. Doch dann musste AfD-Chefin Alice Weidel den wichtigen Besuch kurz vor den Landtagswahlen aus Sicherheitsgründen absagen. Unklar war zunächst, ob Unbekannte einen Anschlag planten. Zumindest aber habe es eine Bedrohungslage gegeben.

„Am vorletzten Wochenende gab es einen sicherheitsrelevanten Vorfall. Frau Weidel und ihre Familie wurden von Sicherheitsbehörden aus ihrer privaten Wohnung an einen sicheren Ort verbracht, da sich Hinweise verdichtet hatten, die auf einen Anschlag auf ihre Familie hindeuteten“, sagte ein Sprecher der Politikerin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Aus Vorsichtgründen habe sie daher auf öffentliche Auftritte verzichtet. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts sagte auf Anfrage, dass man sich nicht zu einzelnen Sachverhalten äußere.

AfD-Chefin Alice Weidel wurde per Videobild zugeschaltet 

Die AfD hatte Weidel als Hauptrednerin zum Tag der Deutschen Einheit in Mödlareuth geladen - einem Ort, der sowohl in Bayern als auch in Thüringen liegt und durch den früher die innerdeutsche Grenze verlief. Der Termin sollte der Höhepunkt des AfD-Wahlkampfes in Bayern sein.

Weidel wandte sich mit einer Videobotschaft an ihre Anhänger. „Ich würde nichts lieber tun, als heute bei euch zu sein, aber ich kann es leider nicht“, sagte sie und rief dazu auf, der bayerischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Wahl am kommenden Sonntag einen Denkzettel zu verpassen.

Alice Weidel äußerte sich in einer Videobotschaft. 

Alice Weidel äußerte sich in einer Videobotschaft. 

© Martin Schutt/dpa

Protest gegen AfD-Kundgebung

Zu einer Kundgebung zum Tag der Deutschen Einheit hatten auch CDU und CSU geladen. Auch zahlreiche Gegendemonstranten der AfD-Kundgebung waren gekommen, um für Demokratie und Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus aufzutreten. Aufgerufen hatte dazu unter anderem die Aktion „Mödlareuth grenzenlos bunt“.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Thüringer Polizei verlief bis zum Nachmittag alles ruhig. Insgesamt kamen den Angaben zufolge 5000 bis 6000 Menschen in den Ort.

Bis zur Wiedervereinigung verlief durch Mödlareuth die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik. Heute wird im Deutsch-Deutschen Museum die Geschichte von Teilung und Einheit erzählt, Teile der Mauer und der Sperranlage sind noch erhalten.

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