Luftverkehr

Drohnensichtungen in Oslo und Kopenhagen – Dänemarks Regierungschefin spricht von Angriff

In der Nähe der Hauptstadtflughäfen Norwegens und Dänemarks wurden Drohnen gesichtet. Russland weist den Verdacht auf eine Verwicklung in den Vorfall zurück.

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Oslo Gardermoen. Der Flugbetrieb war in der Nacht zeitweise eingestellt worden.

Oslo Gardermoen. Der Flugbetrieb war in der Nacht zeitweise eingestellt worden.

© imago

Nach einer Drohnensichtung am Flughafen Kopenhagen hat die dänische Regierung von einem Angriff gesprochen. „Ich betrachte dies als einen ernsten Angriff auf die kritische Infrastruktur in Dänemark“, sagte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen laut dem Sender TV2. „Man sollte nicht unterschätzen, dass Drohnen in Verbindung mit einem Flughafen sehr ernste Folgen haben können.“ Frederiksen schloss nicht aus, dass Russland etwas mit dem Vorfall zu tun haben könnte.

Der Kreml wies den Verdacht auf eine Verwicklung Russlands in den Drohnenvorfall in Kopenhagen zurück. „Wenn man jedes Mal grundlose Anschuldigungen vorbringt, führt dies ehrlich gesagt dazu, dass solche Aussagen nicht mehr beachtet werden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Wer ernsthaft und verantwortungsvoll sein wolle, dürfe nicht immer mit solchen Vorwürfen um sich werfen, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Kopenhagen: Zahlreiche Flüge gestrichen

Die Flughäfen Kastrup in Kopenhagen und Gardermoen in Oslo waren zuvor nach mehrstündigen Sperrungen wegen Drohnensichtungen wieder geöffnet worden. Am Montagabend hatte zunächst der Flughafen Kopenhagen den Luftraum gegen 20.30 Uhr Ortszeit gesperrt, nachdem mehrere große Drohnen in der Umgebung gesichtet worden waren, wie aus einem Bericht der norwegischen Zeitung Aftenposten hervorgeht.

Starts und Landungen wurden vorübergehend untersagt. Zahlreiche Flüge mussten gestrichen oder auf andere Flughäfen umgeleitet werden, darunter etwa nach Göteborg und Malmö. Erst gegen 0.20 Uhr konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Der Flughafen warnte jedoch, dass weiterhin mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen sei.

Nach Angaben der Polizei waren die „großen“ Drohnen bis kurz vor Mitternacht in Flughafennähe gesichtet worden. Ermittlungen wurden eingeleitet, Festnahmen gab es zunächst nicht. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen fähigen Operator handelt“, sagte der dänische Polizeipräsident Jens Jespersen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge über die Drohnensichtung in Kopenhagen. Es handele sich „um einen Akteur, der die Fähigkeiten, den Willen und die Mittel hat, sich auf diese Weise zu präsentieren“. Es sei jedoch noch zu früh, um sagen zu können, ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Dänemark und Norwegen gebe.

Flugverkehr auch in Oslo zeitweise eingestellt

Am frühen Dienstagmorgen kam es auch am Flughafen Oslo zu Einschränkungen. Wegen einer Drohnensichtung wurde der Luftraum gesperrt, ankommende Flüge wurden auf nahegelegene Flughäfen umgeleitet. Zwölf Flieger waren davon laut Aftenposten betroffen. Gegen 3.22 Uhr Ortszeit konnte der Betrieb wieder freigegeben werden.

Die Polizei nahm zwei ausländische Staatsbürger fest, die beschuldigt werden, Drohnen in einem Sperrgebiet über der Festung Akershus gesteuert zu haben. Ein Zusammenhang mit den Vorfällen in Kopenhagen besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Die Ereignisse fallen in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit in Europa: Anfang des Monats hatten zahlreiche mutmaßlich russische Drohnen den Luftraum Polens und Rumäniens verletzt, was innerhalb der Nato zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen führte. Russland bestreitet eine Absicht. Hinweise auf eine Verbindung zwischen diesen Vorfällen und den jüngsten Drohnensichtungen in Dänemark und Norwegen liegen derzeit jedoch nicht vor. (Mit dpa)

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