Druckerei der Berliner Zeitung

Im Bann der großen Maschinen

Beim Geburtstagsfest der Berliner Zeitung konnten Leser einen Blick in das Druckhaus in Lichtenberg werfen. An normalen Tagen wird hier innerhalb von 135 Minuten die gesamte Ausgabe gedruckt. Am Sonnabend war es den Besuchern möglich, die Entstehung dieser vierseitigen Sonderausgabe zu verfolgen.

Martin Klesmann
4 Min
Faszinierende Maschinen: Leser in der Druckerei.

Faszinierende Maschinen: Leser in der Druckerei.

© Berliner Zeitung Lizenz

Viele Besucher des Leserfestes drängten schon am Samstagmorgen um 10 Uhr in die Druckerei. Bald bildeten sich lange Menschenschlangen, um an den zahlreichen Druckereiführungen teilzunehmen. „Ich bin technisch sehr interessiert, will wissen, wie das funktioniert“, sagt Ursula Weißenburg, eine gelernte Ökonomieingenieurin, die mit ihrem Mann Jürgen aus Hoppegarten zum Leserfest gekommen ist. Im Inneren der Druckerei sind die meisten Besucher zunächst erstaunt, wie wenige Menschen in den riesigen Hallen arbeiten. Fast alles läuft maschinell. Im Leitstand allerdings überwacht ein Herstellungsleiter das ganze Prozedere – dazwischen eine Schallschutzwand, denn wenn die Produktion auf Hochtouren läuft, wird es sehr laut. Das Ehepaar Weißenburg ist fasziniert, dass hier Blätter wie die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier sogar parallel gedruckt werden können.

Die Druckerei wird allein für die Herstellung der Zeitungen täglich mit vier bis sechs Lkw-Ladungen Papier beliefert. Die riesigen Papierrollen werden ebenerdig in der unteren Halle abgeladen und dann in die Drucktürme eingespannt, die im Stockwerk darüber arbeiten. „Gedruckt wird alles über Platten“, bemerkt Jürgen Weißenburg, der gedacht hat, dass in der Druckerei noch mehr Handarbeit nötig ist. Tatsächlich werden für jede farbig gefärbte Zeitungsseite vier Farbblatten verwendet: In Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Penibel geachtet wird darauf, dass die Farbmischung stimmt.

Druckfrisch auf der Haut...

Druckfrisch auf der Haut...

© Berliner Zeitung Lizenz

...so hat sich ein Leser den Arm verschönert.

...so hat sich ein Leser den Arm verschönert.

© Berliner Zeitung Lizenz

Offizieller Jubiläums-Rundgang: Brigitte Fehrle, Chefredakteurin der Berliner Zeitung, Isabella Neven DuMont, Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende MDS und Vorsitzende des Publizistischen Beirates PMB und Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin, früherer Bürgermeister von Lichtenberg.

Offizieller Jubiläums-Rundgang: Brigitte Fehrle, Chefredakteurin der Berliner Zeitung, Isabella Neven DuMont, Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende MDS und Vorsitzende des Publizistischen Beirates PMB und Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin, früherer Bürgermeister von Lichtenberg.

© Berliner Zeitung/Mike Fröhling Lizenz

Druckfrisch aus der Rotation: Besucher können die Festbeilage zum Leserfest sofort lesen. Sie wird fortlaufend aktualisiert.

Druckfrisch aus der Rotation: Besucher können die Festbeilage zum Leserfest sofort lesen. Sie wird fortlaufend aktualisiert.

© Berliner Zeitung/Paulus Ponizak Lizenz

Spaß ohne Ende: Die Hüpfburg sorgt für den größten Spaß nicht etwa nur bei Kindern, sondern auch bei allen anderen Junggebliebenen.

Spaß ohne Ende: Die Hüpfburg sorgt für den größten Spaß nicht etwa nur bei Kindern, sondern auch bei allen anderen Junggebliebenen.

© Berliner Zeitung Lizenz

So funktioniert es: Leser informieren sich über die Druckplattenherstellung.

So funktioniert es: Leser informieren sich über die Druckplattenherstellung.

© Berliner Zeitung/Markus Wächter Lizenz

Chefredakteurin Brigitte Fehrle (Mitte), stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Isabella Neven DuMont und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) lesen die Sonderbeilage der Berliner Zeitung.

Chefredakteurin Brigitte Fehrle (Mitte), stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Isabella Neven DuMont und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) lesen die Sonderbeilage der Berliner Zeitung.

© Berliner Zeitung Lizenz

Nur 135 Minuten dauert es, bis eine Zeitungsausgabe komplett gedruckt ist. Die fertig gedruckten Zeitungen gelangen über mindestens 800 Meter lange Förderbänder, Transsportkettensysteme genannt, in die Weiterverarbeitung. Hier werden noch Beilagen wie das Wochenend-Magazin oder Prospekte in die Exemplare eingelegt. Alles passiert rasend schnell. Leser Siegfried Goldmann erinnert sich noch an die Druckereieröffnung vor 20 Jahren. „Damals legten noch Studenten die Prospekte per Hand bei“, sagt er. „Das war einmal, heute ist alles automatisiert“, entgegnet Verwaltungsleiter Arne Köhler. Die Besucher sind begeistert, wie alles millimetergenau zusammenpasst. Selbst Fehler der Redaktion werden noch behoben .

Steffen Helmschrott, der Geschäftsführer des Druckhauses, betont, dass die Drucktechnik bald noch deutlich weniger Energie verbrauchen wird. Man arbeite derzeit daran, so wie man die Druckerei ja stets weiterentwickelt habe.

Die Leser erhalten am Ende der Führung die ersten gedruckten Zeitungsseiten der Festausgabe. „Das geht ja wirklich schnell“, sagt jemand. Gerade habe Chefredakteurin Brigitte Fehrle noch zu ihnen gesprochen, schon sei das alles in der Zeitung nachzulesen.

Die Schlange vor der Druckerei wird immer länger. Studenten der Beuth-Hochschule, die Druck- und Medientechnik studieren, helfen angesichts des Besucherandrangs, die technischen Details zu erklären. Mehrere Leser fragen, ob die Druckerei auch sonst zu besichtigen ist. Tatsächlich können sich Interessierte für Führungen anmelden.

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