Ein Weihnachtsfest geht schnell ins Geld. Auch den Weihnachtsbaum bringt der Weihnachtsmann nicht gratis vorbei. Diesen Winter steigen die Baumpreise noch mal extra-heftig. Ein Grund dafür: Der Dürre-Sommer hat die Tannenzucht dieses Jahr extrem aufwendig und damit auch teuer gemacht.
Die lange Hitze-Periode von Mai bis September ist am Tannen-Nachwuchs nicht spurlos vorbeigegangen. Auf den Brandenburger Baumplantagen sind viele Pflanzen vertrocknet. Allein der „Werderaner Tannenhof“ musste für 20.000 Euro wässern, um den Großteil noch zu retten. „Diese Kosten haben den Baumpreis in Bewegung gebracht“, sagt Geschäftsführer Gerald Mai. Noch hinzu kommen höhere Lohn- und Transportkosten, betont Saskia Blümel vom Verband der Weihnachtsbaumerzeuger. Dieser Anstieg werde sich ebenfalls beim Endpreis niederschlagen.
Übliche Tanne kostet etwa 40 Euro
Wie viel müssen die Kunden dann berappen? „Wir gehen von steigenden Preisen von 50 Cent bis einen Euro pro laufendem Meter bei Nordmanntannen aus“, sagt Saskia Blümel. Damit liege der laufende Meter in diesem Jahr bei rund 18 bis 24 Euro in der A-Qualität. Gerald Mai rechnet sogar mit einem Anstieg von einem bis zwei Euro pro laufendem Meter.
Überschlägt man diese Expertenangaben, könnte eine übliche 1,50-Meter-Tanne hart an der 40-Euro-Marke kratzen. Noch haben die Händler in Berlin aber ein paar Tage Zeit, um ihre Preise zu kalkulieren. Die Straßenverkaufsstellen öffnen zwischen dem 18. und 25. November. Schon gestern begannen die Abholzarbeiten in den märkischen Forsten und Baumschulen: Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) durfte den ersten Weihnachtsbaum fällen.
Weitere Preisanstiege in den nächsten Jahren
Eine Zukunftsprognose wagt Felix Single vom „Tannen-Paradies“ in Tempelhof. Er rechnet mit weiteren Preisanstiegen in den nächsten Jahren. Der Dürre-Sommer habe so viele zarte Neupflanzungen zerstört und mache so viele kostspielige Nachpflanzungen erforderlich, dass sich der Schaden noch lange auswirken werde. In einer der wichtigsten Baumschul-Regionen, dem Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, droht einigen Betrieben bereits der Ruin.
Von der kritischen Branchen-Entwicklung werden Kunden des Tempelhofer „Tannen-Paradieses“ in diesem Jahr aber noch nichts spüren. „Wir haben uns entschlossen, die gestiegenen Einkaufspreise nicht an die Verbraucher weiterzugeben“, sagt Felix Single. Eine 1,50 Meter hohe Nordmanntanne werde wie im Vorjahr 34 Euro kosten, eine gleichhohe Fichte 24 Euro. „Sehr schön“, aber etwas teurer sei eine Felsengebirgstanne, auch als Lasiocarpa bekannt. Sie koste knapp 40 Euro.
Damit die wertvollen Nadelbäume nicht gleich rieseln, hat der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg einige Ratschläge parat: Wenn es draußen kalt ist, sollten Bäume nicht sofort in einen Raum mit voll aufgedrehtem Heizkörper gebracht werden. Ein gemächlicher Übergang reduziert „Baum-Stress“ und hält das Gewächs länger fit. Weihnachtsbaum-Besitzer mit Köpfchen füllen zudem etwas Wasser in den Baumständer.
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