Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat auf die Berichte über ein Rohstoffabkommen zwischen den USA und der Ukraine reagiert. Er sprach von „Dummheit“ und beschuldigte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj indirekt, im Grunde sein Land an die Amerikaner zu verkaufen.
Als Reaktion auf einen Medienbericht über den US-Ukraine-Deal schrieb Petro auf X: „Die Dummheit von Selenskyj – und das sage ich ganz deutlich – sich von den Westeuropäern manipulieren zu lassen, die nicht wissen, wohin sie gehen, ob zu Hitler oder ins Nirgendwo; sie kämpfen mit ihren slawischen Brüdern und überlassen die Ukraine schließlich den Amerikanern. Dummheit!“
Zuvor hatten mehrere Medien über ein Rohstoff-Abkommen zwischen Washington und Kiew berichtet. Der Deal sieht nach Angaben aus Kiew vor, dass die USA und die Ukraine gemeinsam Rohstoffe auf ukrainischem Gebiet fördern. Die Einnahmen sollen ihm zufolge in einen gemeinsam von Washington und Kiew verwalteten US-ukrainischen Fonds fließen. Das Abkommen enthält demnach aber keine ausdrückliche Verpflichtung der USA zur Sicherheit der Ukraine.
Trump über Rohstoffdeal: Gibt der Ukraine „das Recht, weiterzukämpfen“
Kritik erfolgt vor dem Hintergrund des Streits um Abschiebeflüge
Der kolumbianische Präsident war der einzige lateinamerikanische Staatschef, der seit Trumps Amtsantritt Abschiebeflüge aus den USA blockiert hatte. Bogotá hatte sich geweigert, zwei Militärflugzeuge aus den USA landen zu lassen, die kolumbianische Migranten in ihre Heimat zurückbringen sollten. Honduras hatte eine Dringlichkeitssitzung der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) infolge des Streits einberufen. Das Gipfeltreffen wurde jedoch abgesagt, nachdem niemand außer Gustavo Petro seine Teilnahme zugesagt hatte.
Der Streit zwischen Kolumbien und den USA wurde kurz darauf jedoch beigelegt, nachdem Trump mit massiven Zöllen auf kolumbianische Waren gedroht hatte, und Kolumbien schickte seine eigenen Flugzeuge, um seine Staatsbürger zurückzuholen. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de