Die Berliner Polizei hat in mehreren Bezirken die Wohnungen von fünf Beschuldigten in zwei Fällen versuchter räuberischer Erpressung durchsucht. Die Durchsuchungen fand im Auftrag der Staatsanwaltschaft in Hakenfelde, Buckow, Neukölln und Tempelhof statt. Hintergrund ist ein Streit in einer Firma, die Bauleistungen anbietet.
Dort sollen zwei 44 Jahre alte Zwillingsbrüder als still Teilhaber fungieren. Ein 43 Jahre alter Geschäftsmann soll dieser Firma 95.000 Euro an Vorauszahlungen für künftige Leistungen gezahlt haben, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Dieses Geld habe der 43-Jährige wohl später mit Rechnungen der Firma aufrechnen wollen. Die Brüder sollen damit nicht einverstanden gewesen sein und ihn gemeinsam mit zwei weiteren Männern seit Mitte Juni unter Druck gesetzt haben.
Den Angaben zufolge bedrohten sie ihn mit dem Tod und forderten ihn dazu auf, ihnen als „Schadensersatz“ für die Aufrechnung seine Armbanduhr „Rolex“ und sein Auto - einen Mercedes GLA - zu überlassen. Die Rolex-Uhr übergab der 43-Jährige.
Zweiter Fall von Erpressung gegen Geschäftsmann
Zudem sollen noch zwei weitere Männer bereits im April 2025 versucht haben, denselben Geschäftsmann zu erpressen. Laut Staatsanwaltschaft hatten sie ihm gesagt, dass sie von Dritten angeworben worden seien, um ihn zu töten. Weiter sollen sie ihm gesagt haben, dass sie bereits ihn und seine Familie ausgekundschaftet und Sturmgewehre sowie ein Fahrzeug besorgt hatten. Sie hätten dann aber den Auftrag zurückgewiesen.
Nun wollten die beiden Männer die bereits ausgegebene Summe von 30.000 Euro ersetzt bekommen, mit der Begründung, so die Staatsanwaltschaft, dass sie ja auch auf das Honorar von 200.000 Euro für die Tötung verzichtet hätten. Gegen den 37-Jährigen und den 29-Jährigen wird wegen Diebstahls, gemeinschaftlicher versuchter räuberischer Erpressung und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.
Es wird ermittelt, ob es zwischen den beiden Erpressungsversuchen weitere Zusammenhänge abseits des Opfers gibt. Bei den Durchsuchungen in den Wohnungen hat die Berliner Polizei neben elektronischen Datenträgern eine Schreckschusswaffe, eine Machete, ein Messer, Sturmhauben, eine Stichschutzweste, einen gefälschten Führerschein sowie eine Rolex-Uhr gefunden.
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