Berlin

Schwerer Sturz in Marzahn: 52-Jähriger nach E-Scooter-Unfall im künstlichen Koma

Der Mann schlug mit dem Kopf auf und blieb regungslos liegen, eine Radfahrerin leistete Erste Hilfe. Seit 2019 sind in Berlin acht E-Scooter-Fahrer tödlich verunglückt.

3 Min
Der Unfall ereignete sich auf der Allee der Kosmonauten in Berlin-Marzahn.

Der Unfall ereignete sich auf der Allee der Kosmonauten in Berlin-Marzahn.

© Jürgen Ritter/imago

Nach einem Alleinunfall mit einem E-Scooter im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf schwebt ein 52-Jähriger in Lebensgefahr. Der Mann wurde mit lebensbedrohlichen multiplen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt, wie die Polizei Berlin am Samstag mitteilte.

Sturz ohne Fremdeinwirkung

Der 52-Jährige war den Angaben zufolge am Freitagabend gegen 19.40 Uhr mit seinem E-Scooter auf der Allee der Kosmonauten zwischen Rhinstraße und Beilsteiner Straße in Richtung Marzahner Chaussee unterwegs. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler stürzte er ohne Beteiligung Dritter, schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf und blieb regungslos liegen.

Eine hinter ihm fahrende Radfahrerin eilte dem Mann laut Polizei zu Hilfe und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen, bis Rettungskräfte eintrafen. Der Unfallort war bis etwa 20.40 Uhr für die Rettungs- und Ermittlungsarbeiten gesperrt, der öffentliche Nahverkehr war nicht betroffen. Das Verkehrsunfallkommando übernahm die weiteren Ermittlungen, die nach Polizeiangaben andauern.

Acht Tote in Berlin seit 2019

In Berlin sind seit Einführung der E-Scooter im Juni 2019 acht Fahrer tödlich verunglückt. Bis Ende Mai dieses Jahres wurden 622 Menschen schwer und 4168 leicht verletzt, wie Verkehrsstaatssekretär Arne Herz (CDU) auf eine Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg mitteilte. Betroffen waren auch andere Verkehrsteilnehmer: 524 Fußgänger, darunter 95 Senioren, sowie 462 Radfahrer kamen bei Kollisionen mit E-Scootern zu Schaden.

Als häufigste Unfallursache nannte Herz unerlaubtes Fahren auf dem Gehweg oder entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, gefolgt von ungenügendem Sicherheitsabstand. Auch Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr und Alkoholeinfluss spielten eine große Rolle. Die Zahl der in Berlin mietbaren E-Scooter ist inzwischen auf mehr als 46.000 gestiegen.

In den vergangenen Wochen hatte es in Berlin bereits mehrere weitere schwere Unfälle mit E-Scootern gegeben. Mitte Juli starb ein 50-Jähriger nach einem Zusammenstoß mit einem Auto in Kreuzberg. Anfang Mai kam eine 59-jährige Fahrerin in Berlin-Mitte ums Leben, im April eine 14-Jährige in Neukölln.

Bundesweit registrierte die Polizei im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast 16.500 Unfälle mit E-Scootern, ein Anstieg um rund 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft verunglücken am häufigsten 15- bis 17-Jährige, mehr als die Hälfte der Verunglückten ist jünger als 25 Jahre.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema