Luftfahrt

EasyJet kämpft mit höheren Kerosinkosten und schwächerer Sommernachfrage

Das Unternehmen meldet einen höheren Halbjahresverlust, hebt Mindestpreise an und verlagert Kapazitäten auf kürzere Strecken und Städteziele.

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Ein EasyJet-Airbus am Flughafen Teneriffa

Ein EasyJet-Airbus am Flughafen Teneriffa

© Markus Mainka/imago

Der britische Billigflieger easyJet hat für das erste Halbjahr seines Geschäftsjahres 2026 einen Vorsteuerverlust von 552 Millionen Pfund, umgerechnet rund 639 Millionen Euro, gemeldet. Das geht aus dem am 21. Mai 2026 veröffentlichten Halbjahresbericht hervor.

Im Vorjahreszeitraum lag der Verlust bei 394 Millionen Pfund. Damit bewegt sich das Ergebnis in der Spanne, die easyJet bereits in einer Gewinnwarnung am 16. April 2026 genannt hatte.

Mehr Passagiere, höhere Kosten

Belastet wurde das Ergebnis nach Angaben des Unternehmens durch zusätzliche Kerosinkosten von 25 Millionen Pfund und höhere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 32 Millionen Pfund. Die Passagierzahl stieg um sechs Prozent auf 42 Millionen, die Auslastung verbesserte sich um zwei Prozentpunkte auf 90 Prozent. Der Umsatz legte laut Financial Times um zwölf Prozent auf 3,9 Milliarden Pfund zu. Die Reisesparte easyJet holidays gewann 22 Prozent mehr Kunden und trug 61 Millionen Pfund zum Vorsteuerergebnis bei.

Kerosinpreis als Risiko

Für die zweite Jahreshälfte verweist easyJet auf anhaltende Unsicherheit durch den Iran-Konflikt. Nach Angaben von Reuters sind die Kerosinpreise seit Ende Februar um mehr als 80 Prozent gestiegen. Im Sommer bleibt der ungesicherte Teil des Kerosinbedarfs wegen des hohen Marktpreises ein Kostenrisiko.

EasyJet hat 72 Prozent des Kerosinbedarfs zu einem Preis von 726 US-Dollar je Tonne abgesichert. Der Marktpreis liegt laut Financial Times bei 1350 US-Dollar je Tonne. Ein Anstieg oder Rückgang des Kerosinpreises um 100 US-Dollar je Tonne verändert die Kosten für easyJet um rund 35 Millionen Pfund.

Spätere Buchungen, kürzere Strecken

Nach dem Halbjahresbericht waren 58 Prozent der Plätze für die zweite Geschäftsjahreshälfte verkauft, zwei Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Reisende buchen nach Unternehmensangaben später und wählen häufiger nähere Ziele.

EasyJet hat den Sommerflugplan um netto 0,3 Prozent der Sitzplätze gekürzt und Kapazitäten aus Ländern in der Nähe des Konfliktgebiets auf innerbritische Strecken und Städteziele verlagert. Tel Aviv wird nicht angeflogen. Den übrigen Sommerflugplan will easyJet wie vorgesehen durchführen.

Vorstandschef Kenton Jarvis erklärte laut Reuters, easyJet wolle durch diszipliniertes Wachstum, den Einsatz größerer Flugzeuge und den Ausbau der Reisesparte die Rückschläge des laufenden Jahres ausgleichen. Das Unternehmen hat den Mindestticketpreis angehoben und prüft alle nicht zwingenden Ausgaben.

Für 2027 ist ein Kundenbindungsprogramm geplant. Mittelfristig peilt easyJet einen Vorsteuergewinn von mehr als einer Milliarde Pfund an. Die Liquidität bezifferte das Unternehmen auf 4,7 Milliarden Pfund bei einem Nettoguthaben von 434 Millionen Pfund.

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