Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat ein mögliches Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors Castlelake als opportunistisch kritisiert. Der Verwaltungsrat verwies in einer Pflichtmitteilung vom Montag darauf, dass der Aktienkurs derzeit wegen der Lage im Nahen Osten und ihrer Folgen für Kundennachfrage und Kerosinpreise vorübergehend gedrückt sei.
Castlelake hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, sich in einem frühen Stadium mit einem möglichen Angebot für Easyjet zu beschäftigen. Es müsste mindestens 403,23 Pence je Aktie betragen. Ein konkretes Angebot an den Verwaltungsrat liegt nach Angaben von Easyjet bislang nicht vor. Nach britischem Übernahmerecht muss Castlelake bis zum 26. Juni entweder ein verbindliches Angebot vorlegen oder sich zurückziehen.
Aktie legt nach Übernahmeinteresse zu
Die Easyjet-Aktie legte am Montag laut Reuters zwischenzeitlich um bis zu 13 Prozent zu und notierte zuletzt bei 425 Pence. Seit Jahresbeginn hatte das Papier rund 16 Prozent verloren, der Großteil davon nach Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran Ende Februar. Castlelake hält nach eigenen Angaben einen Anteil von 2,14 Prozent an Easyjet und zählt damit zu den zehn größten Aktionären.
Der Verwaltungsrat erklärte, er werde jedes Angebot prüfen, sehe Easyjet aber in einer starken Position. Das Unternehmen verfüge über eine Bilanz mit Nettoliquidität und halte am mittelfristigen Ziel eines Vorsteuergewinns von mehr als einer Milliarde Pfund fest.
Regulatorische Hürden für vollständige Übernahme
Analysten verwiesen laut Reuters auf Hürden für eine vollständige Übernahme. EU- und britisches Luftverkehrsrecht begrenzen den Anteil von Eigentümern außerhalb der EU und Großbritanniens bei Fluggesellschaften auf weniger als 50 Prozent. Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg verwies zudem auf die Rolle von Firmengründer Stelios Haji-Ioannou, dessen Familie rund 15 Prozent der Anteile halte. Castlelake ist nach Angaben der skandinavischen Fluggesellschaft SAS bereits mit 32 Prozent an dieser beteiligt.
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