Ebola

Ebola-Fall in Deutschland: US-Bürger nach Ankunft in Klinik behandelt

In der Nacht landete der Patient in Frankfurt. Ärzte sprechen von einem stabilen Zustand.

2 Min
Der mit dem Ebola-Virus infizierte US-Bürger wird in Frankfurt behandelt.

Der mit dem Ebola-Virus infizierte US-Bürger wird in Frankfurt behandelt.

© Boris Roessler/dpa

In Deutschland ist ein zweiter an Ebola erkrankter US-Bürger eingetroffen und wird in einer Klinik behandelt. Die Person sei in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und anschließend in die Universitätsklinik der hessischen Stadt gebracht worden, bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Seit drei Uhr morgens werde der Patient oder die Patientin auf der Sonderisolierstation versorgt, sagte deren Leiter Timo Wolf am Nachmittag.

Der Zustand sei stabil, die Krankheit seit der Ankunft nicht fortgeschritten, so Wolf. Für eine Trendaussage sei es noch zu früh. Zu Alter, Geschlecht oder konkreten Symptomen wollte sich die Klinik nicht äußern. Der Patient zeige jedoch die bei Ebola zu erwartenden Symptome. Die Behandlung erfolge mit Flüssigkeit und Nährstoffen sowie je nach Beschwerdebild. Entscheidend sei die Entwicklung der Virusmenge im Blut.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Für die Bevölkerung bestehe keinerlei Anlass zur Besorgnis, sagte Klinikdirektor Jürgen Graf vor Journalisten. Die Sonderisolierstation verfüge über mehrere Sicherheitsstufen, so dass weder Erreger in die Umwelt gelangen noch Mitarbeiter angesteckt werden könnten, erläuterte Wolf. Der Transport sei reibungslos verlaufen. Die Kosten trügen in der Regel bestehende Versicherungen, so Graf. Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte, es bestehe weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten eine Gefahr.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC arbeitet der Betroffene für eine humanitäre Organisation in der Demokratischen Republik Kongo. Dort wurde die Person positiv auf die derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Virus getestet. Für diesen Typ gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.

Ausbruch im Kongo

Im Kongo wurden nach Angaben der Regierung bislang 1926 Fälle im Labor nachgewiesen, es gibt 702 bestätigte Todesfälle. Als genesen gelten 318 Patienten, aktuell werden 753 Menschen behandelt. Ein erster im Mai nach Deutschland gebrachter US-Arzt war in der Berliner Charité versorgt worden. Sein Zustand war laut Klinik zeitweise lebensbedrohlich, nach gut zwei Wochen wurde er entlassen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema