Zentralafrika

Ebola-Ausbruch in der DR Kongo: Bestattungsteam in Katana angegriffen

Helfer mussten einen Sarg zurücklassen, Anwohner bestatteten den Leichnam selbst. Das erhöht das Risiko neuer Infektionsketten in Südkivu.

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Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei Vorbereitungen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei Vorbereitungen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia

© Moses Sawasawa/AP

Im Ort Katana in der ostkongolesischen Provinz Südkivu haben Anwohner am Montag ein Bestattungsteam angegriffen, das den Leichnam eines Ebola-Toten sicher beisetzen sollte. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf das kongolesische Gesundheitsministerium und den Leiter eines örtlichen Krankenhauses. Die Helfer mussten den Sarg zurücklassen, anschließend hätten Anwohner den hoch ansteckenden Leichnam selbst bestattet. Fachleute werten dies als Vorgehen mit hohem Risiko für neue Infektionsketten.

Katana liegt rund 30 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Bukavu und steht nach Angaben von Reuters unter Kontrolle der Rebellenallianz AFC/M23. Zum Auslöser des Angriffs äußerten sich Ministerium und Klinikleitung nicht. Am selben Tag sei in Bunia in der Nachbarprovinz Ituri ein Einsatzteam auf einem Friedhof attackiert worden, mindestens vier Menschen seien verletzt worden, hieß es in einem Lagebericht. Laut einem Bericht der singapurischen Tageszeitung Straits Times flohen zudem elf Patienten aus Isolierstationen in Ituri.

Fallzahlen steigen weiter

Seit Beginn des Ausbruchs am 15. Mai zählt das Gesundheitsministerium 363 bestätigte Infektionen und 62 Todesfälle. Zuletzt seien 19 neue bestätigte Fälle hinzugekommen, darunter zwei Todesfälle. Betroffen sind 17 von 36 Gesundheitszonen in Ituri sowie sieben Zonen in Nordkivu und eine in Südkivu. Es handelt sich um die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus.

Mehr als 4200 Kontaktpersonen werden beobachtet, die Nachverfolgungsquote liegt mit 46 Prozent jedoch deutlich unter dem Zielwert von 95 Prozent. Der Ausbruch hat auch die Grenzen überschritten: In Uganda wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 15 Fälle und ein Todesfall bestätigt.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte nach einem Besuch im Krisengebiet, der Schlüssel zur Eindämmung liege nicht in der Medizin, sondern in politischer Führung, Eigenverantwortung vor Ort, Partnerschaft und Vertrauen.

Ebola ist eine seltene, schwere Infektionskrankheit. Ausgelöst wird sie durch verschiedene Ebolaviren. Die Krankheit tritt vor allem in Ländern südlich der Sahara auf. Sie wird nicht über die Luft übertragen, sondern durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten, verunreinigten Gegenständen oder Leichen infizierter Menschen. Auch Wildtiere können das Virus auf Menschen übertragen.

Nach Angaben der WHO stirbt im Schnitt etwa jeder zweite Erkrankte; je nach Ausbruch lag die Sterblichkeit zwischen 25 und 90 Prozent. Impfstoffe und gezielte Medikamente sind bisher nur gegen die Zaire-Variante zugelassen.

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