Editorial

Mord verjährt nicht!

Katrin Bischoff
2 Min

Die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag ist hoch. In Berlin beträgt sie über 90 Prozent. Das ist viel, doch das bedeutetet auch, dass etwa jeder zehnte Fall nicht aufgeklärt werden kann, der eine oder andere Mörder straffrei davonkommt. Und vielleicht erneut tötet.

Mord verjährt nicht. Immer wieder sorgen Fälle für Schlagzeilen, die nach langer Zeit aufgeklärt werden und den Hinterbliebenen endlich Gewissheit bringen. Berlin hat als erstes Bundesland die sogenannte Altfallkommission ins Leben gerufen. Sechs Ermittler kümmern sich um teils Jahrzehnte alte ungelöste Tötungsverbrechen. Sie gehen die Fälle noch einmal durch, hören noch einmal die Zeugen von einst, suchen nach etwas, das die Kollegen damals vielleicht übersehen haben könnten.

Wir wollen in dieser Woche die Arbeit der Ermittler vorstellen. Aktuell richtet sich ihr Augenmerk auf einen Mordfall von 1968. Damals waren in einem Zehlendorfer Kinderheim ein fünfjähriger Junge und eine Erzieherin ermordet worden. Wir werden in der Mittwoch-Ausgabe diesen Fall ausführlich schildern.

Die Ermittler setzen vor allem auf Spuren, die damals an den Tatorten gefunden und aufbewahrt wurden: weggeworfene Zigarettenkippen oder die Kleidung der Opfer. Die Technik zur Spurenanalyse hat sich in den vergangenen Jahren ständig weiterentwickelt. Mit der DNA-Analyse haben Wissenschaftler die Möglichkeit, anhand kleinster Spuren den genetischen Fingerabdruck des Spurenverursachers zu bestimmen. Damit können Täter nach vielen Jahren noch überführt werden.

Wir werden uns in diesem Wochenschwerpunkt auch mit der DNA-Analytik befassen, mit aufgeklärten und mit nicht aufgeklärten Tötungsverbrechen. Wir hoffen, Ihr Interesse zu finden!

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