Ehemaliger Grenzübergang in Berlin-Mitte

Investor für Museum des kalten Krieges am Checkpoint Charlie gefunden

Der Senat plant am früheren Grenzübergang ein Museum des Kalten Krieges. Jetzt gibt es dafür einen Investor. Die Berliner Trockland Gruppe hat zwei Brachen in der Friedrichstraße 47 und 205 gekauft.

Uwe Aulich
3 Min
Heute ist der Checkpoint Charlie vor allem bei Touristen beliebt.

Heute ist der Checkpoint Charlie vor allem bei Touristen beliebt.

© DPA/Kay Nietfeld Lizenz

Für ein neues Museum des Kalten Krieges, das sich der Senat am Checkpoint Charlie wünscht, gibt es neue Pläne: Die Berliner Trockland Gruppe hat zwei unbebaute Grundstücke in der Friedrichstraße 47 und 205 endgültig gekauft. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sei die Transaktion zur Übernahme der Flächen von der irischen Immobiliengruppe Cannon Kirk erfolgreich abgeschlossen worden. Herzstück des Neubau-Projekts soll eine Ausstellungsfläche zur Geschichte des Checkpoint Charlie sein. Zum Konzept gehören auch ein Hotel, Geschäfte, Büros und Wohnungen.

Würdiges Ambiente

Wie Trockland-Geschäftsführer Heskel Nathaniel betont, sei man entschlossen zu bauen – im Dialog mit Senat und Bezirk. Trockland wolle ein würdiges Ambiente schaffen und die Belange Berlins bestmöglich berücksichtigen. „Dazu wollen wir mit hochwertiger Architektur und anspruchsvollen Konzepten der historischen Bedeutung des Checkpoint Charlie gerecht werden“, sagt Nathaniel.

Das haben seit dem Mauerfall schon mehrere Investoren der Stadt versprochen. Trotzdem liegt dieser Teil des früheren Mauerstreifens, auf dem derzeit das Mauer-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi sowie die Black Box des Senats steht, noch brach. Die Black Box ist eine Art Platzhalter für das künftige Museum. In dem Pavillon und in einer Freiluftausstellung informiert der Senat seit drei Jahren über den Kalten Krieg und die Teilung Europas. Und erinnert an den 27. Oktober 1961, als sich amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint gegenüberstanden – schussbereit.

Mit dem Museum verfolgt der Senat zugleich das Ziel, die Deutungshoheit am Checkpoint Charlie zurückzuerlangen und nicht allein Alexandra Hildebrandt mit ihrem privaten Mauermuseum zu überlassen. Der Ort stehe für die Konfrontation von Ost und West, so der Senat. Er hat für das Museum bereits sechs Millionen Euro eingeplant.

Cannon Kirk wollte ursprünglich ab 2014 bauen, die Grundstücke wurden 2007 gekauft. Mit dem Senat war verabredet, dass das Land in dem Neubau 3000 Quadratmeter anmietet und ein Museum des Kalten Krieges einrichtet. Daraus wurde nichts. Die Iren verkauften im Mai 2015 an Trockland, nun muss der Senat neu verhandeln.

Trockland Gruppe willkommen

„Wir freuen uns, dass wir jetzt mit der Trockland Gruppe ein Gegenüber haben, mit dem wir über die Gestaltung dieses historischen Ortes ins Gespräch kommen können“, sagt Kulturstaatssekretär Tim Renner. Das klingt diplomatisch. Eine klare Botschaft hat der Senat aber schon im Sommer verbreitet: Er bescheinigte dem Gebiet außergewöhnliche stadtpolitische Bedeutung und entzog dem Bezirk Mitte die Planungen. Damit will er absichern, dass das Gedenkstättenkonzept mit dem Museum vollendet werden kann.

Auch mit Trockland deutet sich jetzt eine Übereinkunft zu dem Museum an, bestätigen will das noch niemand. Es gebe keinen anderen Ort, an dem sich die Geschichte des Kalten Krieges so verdichtet hat wie am Checkpoint Charlie, an dem sie so anschaulich wurde wie durch die Panzerkonfrontation, sagt Renner. „Wo, wenn nicht hier, könnte man die Geschichte der europäischen Dimension der Teilung erzählen?“

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