Ehemaliges Kunsthaus in Berlin-Mitte: Wie wird das neue Tacheles denn nun aussehen?

Unser Autor Uwe Aulich wartet gespannt auf die Entwürfe für das Areal.

BLZ
2 Min

Das Kunsthaus Tacheles ist noch bunt und schrill wie es war. Die Treppenaufgänge sind mit Graffiti geschmückt, die Flure auch, alles ist bereit für die nächste Party. Nur, das Haus steht leer, verlassen, seit die Künstlerinitiative vor vier Jahren ausziehen musste. Vorbei sind die Stunden in der Bar im Erdgeschoss oder im Kino darüber, mit internationalen Künstlern, die ihre Lebensaufgabe darin sahen, aus Schrott zeitgenössische Kunst zu machen.

Neubebauung steht fest

Vorbei? Ja, daran lässt  Sebastian  Klatt nicht den geringsten Zweifel. Er ist der Geschäftsführer der Firma Perella Weinberg (pwr), der das Tacheles samt riesigem Grundstück gehört. Klatt hat am Donnerstag seine Architekten vorgestellt, die neben den Generalplanern von Herzog & de Meuron das Areal neu bebauen werden. Es sind die Büros von Muck Petzet, Armand Grüntuch und Petra Kahlfeldt. Alles Berliner Architekten, das macht Mut. Denn sie kennen das Tacheles, haben teils ihre Büros gleich um die Ecke in der Spandauer Vorstadt. Sie wissen, was Berlin hier braucht.

16 Häuser werden sie gestalten, im November wollen sie ihre ersten Entwürfe vorlegen, damit bis 2019/20 ein neues Stadtviertel entstehen kann. Die Shopping-Tradition soll mit der neuen Friedrichstraßenpassage wiederbelebt werden mit Läden, Boutiquen und Gaststätten zwischen der Friedrichstraße und der Oranienburger. Ein Hotel mit 130 Zimmern wird es geben, Büros, auch 360 Wohnungen, viele sind aber Mini-Appartements mit höchstens 30 Quadratmetern – City-Wohnen auf kleinstem Raum.

Putz und Ziegel statt Glas und Stahl

Wohl nicht aus Glas und Stahl werden die Hausfassaden bestehen, verspricht Klatt, sondern aus Putz, Stein und Ziegel. Und das Tacheles? Es wird kulturell genutzt werden. Von wem, ist noch nicht raus. Die Denkmalpfleger reden jetzt mit, was in der charmanten Ruine erhalten bleiben soll. Geleckt wird es also nicht werden. Einige Bemalungen an den Wänden will Klatt sowieso nicht beseitigen, denn sie erinnern an die wilden Zeiten. Und die gehören nun einmal auch zur Geschichte.

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