Steinmeier war vor einem Jahr für seinen Einsatz für die Demokratie und sein Bestreben, Menschen für die Kultur des demokratischen Streits zu begeistern, mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin geehrt worden. Er ist der 122. Ehrenbürger der Stadt.
Mueller-Stahl beschrieb Steinmeier als einen Menschen, der gern lacht und auf Leute zugehe. Er sei „Sympathieträger“, „Brückenbauer“, „ein Mann der Vernunft“. „Und Vernunft ist eine ganz wichtige Vokabel geworden unserer Zeit. Im Kreml ist Vernunft tot, gibt es nicht mehr“, betonte der Künstler in Anspielung auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Das sei nicht immer so gewesen.
Steinmeier sagte, das Porträt sei „in einer wahrhaft schwierigen Zeit geschaffen“ worden. Seit Kriegsbeginn im Februar erführen Millionen Menschen in der Ukraine unermessliches Leid, Zerstörung, Tod. Er würdigte seinen Freund als jemanden, der die „gesellschaftliche und auch die politische Verantwortung des Künstlers stets angenommen habe“. Mueller-Stahl beherrsche die Kunst, Brücken zu bauen und dabei das offene ehrliche Wort nicht zu scheuen. „Das passt hierher, das passt nach Berlin“, sagte Steinmeier.
Der 1930 in Tilsit, dem heutigen Sowetsk, geborene Maler, Musiker, Schauspieler und Schriftsteller Armin Mueller-Stahl gilt wegen der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Ausdrucksweisen als Ausnahmeerscheinung in der Kunst des 21. Jahrhundert. In seinen jüngsten Werken beschäftigte er sich mit dem Ukraine-Krieg. „Krieg ist das Widerlichste, was Menschen anderen Menschen antun können“, hatte er bei der Eröffnung einer Ausstellung seiner Werke im Frühjahr in Rostock erklärt.
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