Das Verwaltungsgericht Cottbus hat ein brandenburgisches Amt zu wirksamen Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner verpflichtet. Auch in Berlin und Thüringen sorgt der Befall für Sperrungen und Gesundheitsrisiken.
Bisherige Maßnahmen gegen Schädlinge unzureichend
Das Amt Unterspreewald muss an elf Eichen auf Gemeindegrund wirksam gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. Das hat das Verwaltungsgericht Cottbus mit Beschluss vom 24. Juni im Wege einer einstweiligen Anordnung entschieden, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Geklagt hatte eine Privatperson, die nach Gerichtsangaben glaubhaft gemacht hat, dass es bei ihm und seiner Familie durch die Raupen zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen gekommen sei, unter anderem zu anhaltendem Hautausschlag.
Die bisherigen Maßnahmen des Amtes in Form von Absperrungen und Besprühen der Bäume seien nicht ausreichend gewesen, hieß es. Zwar könne sich eine Ordnungsbehörde grundsätzlich auf begrenzte Kapazitäten und ein Vorgehen nach Prioritäten berufen. Im vorliegenden Fall seien Hinderungsgründe aber nicht hinreichend dargelegt worden. Gegen den Beschluss ist die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg statthaft.
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Berliner Bezirke beklagen Rekordbefall
In Berlin sehen sich die Bezirke nach eigenen Angaben einem Befall in neuer Dimension gegenüber. Die für Grünflächen zuständigen Stadträte aller zwölf Bezirke haben sich nach Mitteilung des Bezirksamts Lichtenberg aus der vergangenen Woche gemeinsam an den Senat gewandt und eine berlinweite Strategie sowie finanzielle Unterstützung gefordert. Allein in Lichtenberg seien innerhalb von zwei Wochen rund 400 Meldungen eingegangen, hieß es.
In Treptow-Köpenick wurden nach Angaben des Bezirksamts zwei Sportanlagen bis einschließlich 5. Juli gesperrt, betroffen sind die Anlagen am FEZ und am Hirschgartendreieck. In Charlottenburg-Wilmersdorf bleibt die Sportanlage Jungfernheide laut Bezirksamt bis Ende Juli geschlossen, andere Anlagen öffnen schrittweise wieder.
Sperrung wegen Eichenprozessionsspinner auch in Thüringen
Auch im Zuständigkeitsbereich des Thüringer Forstamtes Marksuhl wird laut Mitteilung ein verstärktes Auftreten festgestellt. Die hochfrequentierte Waldwegeverbindung zwischen Sängerwiese und Wartburg bei Eisenach wurde gesperrt.
Die Brennhaare der Raupen können nach Angaben des Forstamtes starke allergische Reaktionen, Hautrötungen sowie Reizungen der Atemwege hervorrufen. Auch verlassene Gespinste blieben über Jahre hinweg allergen.
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