Naturpreis

Es pflanzt Wälder aus Vergesslichkeit: Eichhörnchen ist Gartentier des Jahres 2026

Das Eichhörnchen ist Gartentier des Jahres 2026 und räumt mit einem hartnäckigen Vorurteil auf. Warum der Kletterkünstler nützlicher ist, als viele denken.

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Ein Eichhörnchen blickt von einem Ast herab.

Ein Eichhörnchen blickt von einem Ast herab.

© Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn

Das Gartentier des Jahres 2026 steht fest: Das Eichhörnchen hat die Wahl klar für sich entschieden. 34 Prozent der Stimmen holte der rotbraune Kletterkünstler und verwies damit alle Konkurrenten deutlich auf die Plätze. Höchste Zeit, dem flauschigen Wildtier mal genauer auf die Pfoten zu schauen. Denn der buschige Kleinsäuger gehört zwar zu den bekanntesten Wildtieren Deutschlands und ist selbst in Städten weit verbreitet – trotzdem wird er oft missverstanden. Er gilt manchen als fieser Nestplünderer, dabei ist er in Wahrheit ein äußerst nützlicher Naturhelfer. Und einer, dem es zunehmend an Lebensraum fehlt.

Wie klar hat das Eichhörnchen die Wahl gewonnen?

Zur Wahl aufgerufen hatte die Heinz-Sielmann-Stiftung. Bis zum 26. April stimmten knapp 13.100 Menschen ab, fast 4500 davon entschieden sich für das Eichhörnchen.

Mit rund 34 Prozent lag der Kletterkünstler unangefochten vorn. Platz zwei belegte die Blaumeise mit 2672 Stimmen, Bronze holte sich der Große Abendsegler mit 2032 Stimmen.

„Das Eichhörnchen ist eines der bekanntesten Wildtiere Deutschlands – und trotzdem wissen viele nicht, welche wichtige Rolle es für unsere Gärten und Wälder spielt“, sagt Dr. Hannes Petrischak, Bereichsleiter Naturschutz und Naturerlebnis bei der Heinz Sielmann Stiftung.

Warum das Eichhörnchen ganz nebenbei Wälder pflanzt

Hinter dem possierlichen Auftritt steckt ein Tier, das mehr kann, als die meisten ahnen. Das Eichhörnchen hält keinen Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe – und legt deshalb im Herbst unermüdlich Vorräte an.

Eicheln, Nüsschen, Bucheckern und Samen vergräbt es im Wurzelwerk, steckt sie in Astgabeln oder hortet sie in Höhlen. Einen Teil dieser Depots findet es später schlicht nicht wieder.

Genau diese Vergesslichkeit wird zum Gewinn für die Natur: Aus den verbuddelten Samen keimen neue Bäume. Das Eichhörnchen pflanzt also Wälder, ohne es zu ahnen.

Ist das Eichhörnchen wirklich ein Nestplünderer?

Dem buschigen Kleinsäuger wird immer wieder Böses nachgesagt. Als fieser Nestplünderer soll er Vogeleier und Küken bedrohen. Tatsächlich ist das Bild deutlich harmloser.

Das Eichhörnchen ernährt sich überwiegend pflanzlich. Seinen geringen Bedarf an tierischem Eiweiß deckt es in der Regel mit Insekten und Raupen.

Nur bei großer Nahrungsknappheit greift es auf Eier oder Nestlinge zurück – und dann meist an leicht erreichbaren Nestern häufiger Brutvögel wie Meisen oder Amseln. „Bestandsgefährdend für seltene Vögel ist dieses Verhalten nicht“, stellt die Heinz-Sielmann-Stiftung klar.

So helfen Sie dem Eichhörnchen im eigenen Garten

Umgekehrt ist der Kletterkünstler zunehmend auf Schutz angewiesen. „Auch Eichhörnchen haben es aufgrund von Lebensraumverlusten in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft nicht leicht“, so Petrischak. Im eigenen Garten lässt sich einiges tun:

Nahrung anbieten: Nuss-, Eichen- und Haselbäume liefern im Herbst wichtiges Futter. Rückzugsräume schaffen: Alte Bäume mit Höhlen oder dichte Laubgehölze bieten Unterschlupf.
Deckung ermöglichen: Laubhaufen und Totholz am Boden schützen vor Greifvögeln und Katzen.
Auf Pestizide verzichten: Sie dezimieren die Insekten, auf die Eichhörnchen als Eiweißquelle angewiesen sind.

„Wer seinen Garten naturnah gestaltet, unterstützt damit nicht nur das Eichhörnchen, sondern stellt auch vielen weiteren Tierarten wertvollen Lebensraum bereit“, sagt Petrischak.

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