Diplomatie

Ein Baum aus Michigan für John Kornblum

US-Botschafterin Amy Gutmann erinnert an den langjährigen Diplomaten John Kornblum.

2 Min
Helen Kornblum und Amy Gutmann pflanzen einen Baum.

Helen Kornblum und Amy Gutmann pflanzen einen Baum.

© US-Botschaft

Die Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin, Amy Gutmann, hat am Donnerstag im Gedenken an den langjährigen Botschafter John Kornblum im Innenhof der US-Botschaft am Pariser Platz einen Tupelo-Baum aus Michigan gepflanzt. In Anwesenheit von Kornblums Witwe Helen würdigte die Botschafterin die Verdienste des im Dezember 2023 verstorbenen Diplomaten.

Botschafter Kornblum sei „der Inbegriff des  amerikanischen Staatsmannes“ gewesen. Er spielte ein wichtige Rolle bei der Schlussakte von Helsinki, der deutschen Wiedervereinigung und der NATO-Erweiterung. Er habe die einzigartige Fähigkeit besessen, „eine persönliche Note und Authentizität in globale Angelegenheiten zu bringen, die seine Art der Diplomatie während seiner 40 Jahre beim Außenministerium wirklich auszeichnete“. Gutmann sagte: „Johns Markenzeichen als Unterhändler und Diplomat war es, das Unmögliche Wirklichkeit werden zu lassen, durch offene Dialoge, die Vertrauen schaffen und Veränderungen vorantreiben.“ Für Deutschland und die Deutschen sei John Kornblum „die vertrauenswürdige Stimme des amerikanischen Volkes“ gewesen, die Jahrzehnte und Regierungen überdauerte.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.

Die Botschafterin weiter: „Wahrscheinlich hat kein anderer amerikanischer Gesandter einen derartigen Einfluss auf Berlin gehabt.“ Während Präsident Reagans berüchtigtem Besuch im Juni 1987 war John Kornblum in Berlin tätig. Er sei überzeugt gewesen, „dass der Besuch des Präsidenten ein Meilenstein in den Ost-West-Beziehungen sein würde; und dass seine Rede am Brandenburger Tor die Atmosphäre des Wandels entfachen würde, die immer deutlicher zutage trat“. Reagans legendärer Appel an die Sowjets: „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder“ sei umstritten gewesen. Die einen fanden sie, so Gutmann, zu propagandistisch, die anderen zu idealistisch. Es sei jedoch „ein unvergesslicher emotionaler Appell für die Freiheit in einer unmenschlichen Situation“ gewesen. Die Botschafterin zitierte John Kornblum in seiner Begründung für die Rede: „Manchmal können die Vereinigten Staaten Dinge sagen, die andere nicht sagen können.“

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema