Ein Bildband zeigt, wie Baugruppen heute gemeinschaftlich Wohnträume realisieren

Von der Dynamik der Gruppe profitieren

Jörg Ahrens
2 Min

Erfunden haben die Berliner das Modell nicht. Doch wann immer es um Baugruppen geht, stehen hiesige Architekten im Scheinwerferlicht. Büros wie Zanderroth, Grüntuch Ernst oder auch Beyer + Schubert sind bundesweit als Vorreiter und Entwickler des gemeinschaftlichen Bauens bekannt. Fast vergisst man, dass auch andere Städte umtriebige Architekten haben.Immerhin zwei der achtzehn im Bildband "Miteinander bauen" vorgestellten Projekte graben ihre Fundamente in den märkischen Sand -die vier Reihen- und zwei Gartenhäuser der Weißenseer Baugruppe urbanes Wohnen sowie die sechs Stadthäuser an der Bernauer Straße. Wobei es sich bei letzterem Projekt im strengen Sinne eigentlich nicht um eine Baugruppe handelt, da sich hier lediglich sechs Einzelbauherren zusammengefunden haben, die ihr Projekt mit dem gleichen Architekten realisiert haben.Interessanter als diese lokalen Beispiele sind dann auch die Modellgruppen aus dem Südwesten der Republik -im Dunstkreis von Tübingen und Freiburg, wo das Konzept ursprünglich ersonnen wurde. So etwa das Allensbacher Ensemble am Eck, bei dem die Gruppenmitglieder bereits 2003 zwei Reihenhäuser mit je drei Einheiten in Passivbauweise umgesetzt haben. Oder etwa die Baugruppe aus Lörrach-Stetten, die sich in einem langwierigen Prozess eine innerstädtische Brache angeeignet und somit einen aktiven Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet hat.Alle Projekte sind mit kurzen Abrissen der Entwicklungs- und Umsetzungsphase beschrieben, in Stichpunkten erfährt der Leser auch die wesentlichen Details zu Gebäudetechnik, Rechtsformen und Bauzeiten. Bauzeichnungen und Grundrisse flankieren die großzügigen Bilderstrecken. So liefert der Band einen guten Überblick über die architektonischen und gesellschaftlichen Dimensionen des gemeinschaftlichen Bauens. Lediglich sozial orientierte Baugruppen, wie es sie so zahlreich in Berlin gibt, sind hier unterrepräsentiert."Miteinander bauen" von Christoph Gunßer und Theo Peter. Deutsche Verlags- Anstalt 2010. 151 Seiten, 59,99 Euro.------------------------------Foto: Originelle Reihenhäuser in Saarbrücken: Baugruppen legen oft Wert auf gute Architektur.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema