Lisa Brennauer entspannte am ersten Tag ihres Bahnrad-Ruhestands im Olympiapark, da nahm Emma Hinze den nächsten Titel auf dem Holzoval ins Visier. Die beste deutsche Sprinterin gönnte sich bei der Heim-EM in München keine Pause – der Goldrausch der deutschen Bahnrad-Asse soll fortgesetzt werden.
„Wir haben noch Chancen, weiter um Medaillen zu fahren“, sagte Sprint-Bundestrainer Jan van Eijden am Sonntag. „Wir werden das mit aller Präzision und Konzentration angehen.“
Sieben Medaillen an den ersten zwei Tagen
Die Dominanz der Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) war teilweise erdrückend. Sieben Medaillen, davon fünf goldene und zwei silberne, hatte der deutsche Verband nach nur zwei Wettkampftagen auf dem Konto. Im Medaillenspiegel aller Sportarten hätten Hinze und Co. am Samstagabend damit Rang vier belegt.
„Ich kann nur sehr zufrieden sein. Gerade bei einer Heim-EM kann es nicht besser laufen“, sagte van Eijden. Für den Verband sei die EM aufgrund der Erfolge und der großen Aufmerksamkeit eine „Riesenmöglichkeit, uns vor heimischem Publikum zu präsentieren. Es ist einfach schön für die Sportler, so einen Zuspruch zu haben. Es zeigt, dass der Bahnradsport in Deutschland wahrgenommen wird.“
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: „Mutti“ Lisa Brennauer hört auf
Der BDR punktet auf der Bahn mit Erfolgen – und Typen. Wie Hinze, eine, die „genau weiß, was sie will“, sagte van Eijden. Wille und Kraft zahlen sich für die fünfmalige Weltmeisterin aus. Gold im Teamsprint zum EM-Auftakt war eingeplant, ihr Sieg im 500-m-Zeitfahren kam für die 24-Jährige aus Cottbus überraschend.
„Ich bin eigentlich eher aus Spaß an den Start gegangen, sonst fahre ich diese Disziplin ja nicht“, sagte Hinze. In deutschem Rekord von 32,668 Sekunden siegte sie mit mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung auf die Ukrainerin Olena Starikowa.
In ihren Kern-Disziplinen Sprint und Keirin sind weitere Siege möglich. Nicolas Heinrich, 20, aus Zwickau triumphierte in der Einerverfolgung. Der Gold-Vierer von Tokio siegte in der Mannschaftsverfolgung, in der Einerverfolgung gewann Mieke Kröger das emotionale deutsche Finale gegen Lisa Brennauer. Im Anschluss flossen Tränen – es war Brennauers letztes Rennen auf der Bahn. „Es war ein toller Abschluss. Wenn mich einer schlagen darf, dann Mieke“, sagte die siebenmalige Weltmeisterin.
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