Der Kottbusser Damm zwischen dem Hermannplatz und dem Kottbusser Tor ist eine äußerst belebte Straße. Cafés und Dönerläden wechseln sich mit Leihhäusern, Apotheken, einer Woolworth-Filiale, Obst- und Gemüseläden und Barbershops ab. Zehn Minuten Fußweg vom Hermannplatz entfernt liegt der Eingang zum U-Bahnhof Schönleinstraße. Nach rechts zweigt die Bürknerstraße und nach links die Böckhstraße ab, die zum Graefekiez gehört.
An dieser Kreuzung wurde Sandra Wißmann Ende November 2000 zum letzten Mal gesehen. Zwei Schulfreundinnen erkannten das Mädchen mit seiner auffälligen dunkelblauen halblangen Wintersteppjacke, das gerade zwölf Jahre alt geworden war. Es trug nach ihrer Erinnerung eine Tüte in der Hand.
Sandra Wißmann wohnte mit ihrer Mutter, dem Stiefvater, ihrer zwei Jahre älteren Schwester und den beiden Brüdern in einem Altbau mit beigefarbener Fassade in der Böckhstraße, die bis zur Admiralbrücke führt – dort feiern im Sommer junge Menschen Partys. Der Name Wißmann oder der des Stiefvaters fehlt heute auf dem Klingelschild. Gleich neben dem Wohnhaus befindet sich das Kiez-Backhaus.
Mordfall
Spurlos verschwunden in Berlin: Das rätselhafte Schicksal der zwölfjährigen Sandra Wißmann
Seit 26 Jahren lebt die Familie mit der Ungewissheit, was mit dem Kind geschah. Wir haben in die Akten geschaut und erklären, warum die Polizei nicht aufgibt.
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Seit 26 Jahren ist Sandra Wißmann verschwunden. Die Ermittler gingen schon früh davon aus, dass das Kind einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.
© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung