Der Weltstädteverband Iclei sucht in ganz Berlin nach geeigneten Vierteln, in denen die Bewohner im kommenden Jahr einen Monat lang freiwillig auf ihre Autos verzichten und stattdessen nur Elektrofahrzeuge benutzen. Am Montag hat der Verband ein Schreiben an alle zwölf Bezirksbürgermeister geschickt. „Jeder Bezirk kann jetzt sein Interesse bekunden, wir sind offen für Gespräche“, sagte der Kreativdirektor des Eco-Mobility-Festivals, Konrad Otto-Zimmermann, der Berliner Zeitung.
Die erste Reaktion kommt aus Lichtenberg. Dort hat der Bezirk eine Mobilitätskonzept entworfen, in dem es unter anderem um mehr Radwege und Car-Sharing geht. Als abgasfreies Viertel sei der Kaskelkiez gut geeignet, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD). Es müsse der Grundsatz „Angebote statt Verbote“ gelten.
"Elektromobilen Alltag auszuprobieren“
Auch die Grünen in Tempelhof-Schöneberg wünschen sich, dass das Eco-Mobility-Festival in ihrem Bezirk stattfindet. „Da der Bezirk Pankow das Festival nicht genehmigt hat, hätte Tempelhof-Schöneberg in Zusammenarbeit mit seinen Bürgern und Bürgerinnen die Gelegenheit, einen elektromobilen Alltag auszuprobieren“, schreibt die Grünen-Verordnete Elisabeth Kiderlen in einem Antrag, über den die Verordneten am 21. Mai reden werden. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) sagt, sie habe da „noch ganz viele Fragezeichen“. Einen Monat hält sie für einen zu langen Zeitraum, auch wegen der hohen Kosten hält sei das Projekt für so nicht durchführbar.
Ursprünglich sollte ein Areal rund um den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg im Mai 2015 zur abgasfreien Zone für 20.000 Bewohner werden. Das Gebiet scheint wegen seiner ökologisch eingestellten Bewohner besonders gut geeignet, nur etwa 3200 Autos sind dort registriert. Doch das Bezirksamt Pankow hat das vorbereitete Konzept wegen seiner gewaltigen Dimension kürzlich abgelehnt.
Die Initiatoren wollen sich aber noch nicht von diesem Viertel verabschieden. „Wir haben die Hoffnung für den Helmholtzkiez noch nicht aufgegeben“ , sagte Otto-Zimmermann. Ein Büro der Festival-Organisatoren in der Schliemannstraße 34 informiert die Anwohner über das Öko-Festival.
Doch nichts ist festgelegt. Mittlerweile wird über die Idee diskutiert, ob man das Festival nicht auch dezentral in verschiedenen Kiezen der Stadt durchführen könne. Sollte es dafür geeignete Vorschläge aus den Bezirken geben, wäre das aus Sicht der Veranstalter eine geeignete Alternative zum Gebiet Helmholtzkiez. Im Mai 2015 tagt in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg der 3. Weltkongress „EcoMobility 2015“. Und so viel scheint sicher: Etwas Praktisches zum Thema Elektromobilität wird es rund um den Kongress schon zu sehen geben.
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