Lukas Reichel spricht von „Wahnsinns-Teamleistung“
In den Playoffs offenbaren sie nun aber eine Eigenschaft, die es braucht, um den letzten Schritt hin zum Titel gehen zu können: Charakter. Das Viertelfinale gegen Iserlohn und nun auch das Halbfinale gegen Ingolstadt ähnelten sich in ihrer Dramatik sehr. In beiden Fällen gingen die Berliner nach Spiel eins als Verlierer vom Eis. Was in einer Best-of-three-Serie die Gefahr des raschen Saisonendes bedeutet.
Doch die Eisbären ließen sich davon genau so wenig aus der Ruhe bringen wie aus einem 0:2-Rückstand, den sie sowohl gegen die Sauerländer als auch gegen die Oberbayern im Entscheidungsmatch auszubügeln hatten. „Das war eine Wahnsinns-Teamleistung“, sagte Lukas Reichel nach dem 4:2 gegen Ingolstadt am Freitagabend. „Ich bin so stolz auf diese Mannschaft und auf die Art und Weise, wie wir immer wieder zurückkommen.“ Torwart Mathias Niederberger sagte nach seinem besten Spiel in diesen Playoffs: „Wir haben einen tollen Charakter und arbeiten alle füreinander.“ Dass John Ramage mit seinem ersten Saisontor den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte, stand sinnbildlich für die Entwicklung, die alle Spieler in den vergangenen Tagen gemacht haben.
Vier Niederlagen gegen Wolfsburg in der Hauptrunde
Ähnliches können natürlich auch die Grizzlys Wolfsburg für sich beanspruchen, die dank eines 2:1 im entscheidenden dritten Spiel die Adler Mannheim aus der K.-o.-Runde geworfen hatten. Und nach den Erfahrungen der Hauptrunde ist es keinesfalls so, dass es für die Eisbären nun ein Spaziergang zum achten Titel wird. Alle vier Spiele in der Hauptrunde hatten die Niedersachsen für sich entschieden. Kapitän Frank Hördler ist aber davon überzeugt, dass die vorherigen vier Auftritte keine Rolle mehr spielen. „Das ist jetzt eine ganz andere Herangehensweise“, sagte er. Nun gehe es um eben diesen Charakter und den „persönlichen Willen“.
Eisbären Berlin: Jetzt fangen die Play-offs an, Spaß zu machen
Als letzter Spieler im Kader, der bei allen sieben Meisterschaften dabei war, weiß der Verteidiger aber natürlich, worauf es jetzt ankommt. „Man weiß nie, wann man das nächste Mal im Finale steht. Und man weiß, wie hart es ist, dahinzukommen“, sagte Hördler. „Wir haben die Tür aufgemacht, jetzt gehen wir durch.“
Wobei es natürlich hilfreich wäre, wenn die Eisbären bei allen Comeback-Qualitäten mal nicht mit dem Rücken zur Wand stehen würden. Trainer Aubin forderte deshalb: „Wir haben jetzt zweimal das erste Spiel verloren und sind zurückgekommen. Aber diesmal würden wir gerne für den Vorsprung sorgen.“
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