In den vergangenen Wochen und Monaten gab es Meldungen über Unglücksfälle beim Rafting, einer Wildwassertour mit dem Schlauchboot in den Alpen. Wir sprachen mit Toni Grassl, Raftingveranstalter im Berchtesgadener Land über die Gefahren dieses rauen Freizeitvergnügens.Herr Grassl, immer mehr Menschen suchen im Urlaub den Nervenkitzel. Wie gefährlich ist Rafting eigentlich wirklich?Rafting ist eine Natursportart und birgt daher tatsächlich gewisse Risiken, die man nicht unterschätzen sollte. Bevor man bei einem Anbieter eine Tour bucht, sollte man zunächst zwei Sachen abchecken: Erstens sollte der Veranstalter unbedingt die Konzession für seine Boote haben. So weiß man, dass sie auf Sicherheitsstandards geprüft worden sind. Zweitens muss der Schlauchbootführer eine Ausbildung dafür absolviert haben, bei uns in Österreich ist das der Schiffsführerschein B. Außerdem muss der Veranstalter eine Sicherheitsausrüstung für seine Gäste bereitstellen: Dazu gehören ein Neoprenanzug, Schuhe, Schwimmweste und Helm. Nach meiner Erfahrung ist die Zahl der schwarzen Schafe unter den Anbietern, was das betrifft, aber eher gering.Was macht so eine Fahrt durch das wilde Wasser eigentlich so gefährlich?Gefährlich wird eine Rafting-Tour hauptsächlich durch die Wetterverhältnisse. Denn ob die Witterung, also der Wasserstand, geeignet ist, wird von Tag zu Tag entschieden. Da kann es natürlich sein, dass eine Gruppe losfahren will, der Anbieter muss die Leute aber wieder nach Hause schicken. Eine Tour abzusagen, ist natürlich immer nicht schön. So passiert es leider manchmal, dass der wirtschaftliche Druck -aber auch der Gruppendruck -für den Veranstalter so groß wird, dass er sich sagt: Probieren wir es halt mal aus. Die Naturgewalten kann man eben nicht so einfach bezwingen, das muss jedem Teilnehmer klar sein.Was empfehlen Sie Anfängern, die zum ersten Mal eine Tour buchen wollen?Anfänger sollten nur Touren von Grad eins bis zu Grad drei mitmachen. Bei Grad sechs, das ist die höchste Stufe, können nämlich gewaltige Stromschnellen bei der Route dabei sein -mit einem Gefälle von bis zu drei Metern.Interview: Johanna Rüdiger------------------------------Foto: Toni Grassl, Rafting-VeranstalterFoto: Rafting ist beliebt unter jungen und sportlichen Urlaubern.
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