HAKENFELDE. Wer mit dem Auto in den kleinen, 600 Meter langen Elkartweg einbiegt, der entdeckt zunächst ein Schild. Tempo 20 steht da. Der Elkartweg ist schmal - zwei Autos passen nicht aneinander vorbei. Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung ist aber ein anderer: Die 2,50 Meter breite Asphaltdecke ist löchrig. Um zu verhindern, dass die Krater größer werden, wollen Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Schäden beseitigen. Geld dafür ist jedoch keines vorhanden. Aber jede Menge Ideen. Eine davon: Wer in den Elkartweg einbiegt, muss an einer Schranke halten. Zufahrt auf der öffentlichen Straße hat nur, wer einen Schlüssel hat. Und den gibt es gegen Gebühr beim Amt. Wenn man so will, wäre es eine Art Pkw-Maut.Sicher ist das nur eine Vorstellung, sagt Axel Hedergott (SPD), der Finanzstadtrat von Spandau. Schon vor Wochen hat er laut darüber nachgedacht, wie er die Mittel für das Flicken der Löcher zusammenbekommt. 4 500 Euro würde das kosten. Im Juli griff Hedergott auf den Vorschlag von Anwohnern zurück, eine Schranke zu errichten. Seitdem gibt es in dem idyllischen Kiez nahe der Havel Diskussionen. "Was sollen denn die Leute machen, die Besuch erwarten?", fragt Marianne Staudemeyer. Die 58-Jährige ist Sprecherin der zehn Sportvereine rund um den Elkartweg. Dem Amt wirft sie vor, den Elkartweg nicht einmal zu kennen. "Die Straße kann man nicht einfach mit einer Schranke absperren", sagt sie. Jürgen Englisch, Chef des Segelclubs Spandau, sagt: "Eine Schranke ist völlig abwegig." Zu umständlich sei dies - schließlich müsse jedem, der keinen Schlüssel für die Schranke hat und auf ein Vereinsgelände will, geöffnet werden. Manfred Seifert, der 1. Vorsitzende der Wohnsiedlung Hakenfelde, wirft dem Bezirk sogar "Wegelagerei" vor. Im Bezirksamt wurde dem Vertreter von 60 Grundstückspächtern sogar empfohlen, einen Anwohner an die Schranke zu setzen - als Wärter. Finanzstadtrat Hedergott versichert zwar, dass es noch keinen Beschluss gibt. Der Plan mit der Schranke sei aber einer von mehreren Vorschlägen. Es gebe auch keine Vorstellungen darüber, wie viel die Anlieger für einen Schrankenschlüssel bezahlen müssen. "Es muss aber etwas passieren, weitere Schäden an der Straße sind nicht mehr auszuschließen", sagt er. Inzwischen haben sich Anlieger und Bezirksamt geeinigt, vorerst nichts zu unternehmen. "Wir wollen uns im Frühjahr mit den Anwohnern hinsetzen und schauen, welche Vorschläge sich durchsetzen", so Hedergott. Er hat noch andere Ideen: Die Anlieger sanieren bei einem Arbeitseinsatz ihre Straße selbst. Marianne Staudemeyer und Jürgen Englisch finden das gut: "Wir wären sofort dabei."BERLINER ZEITUNG/RITA BÖTTCHER Der Elkartweg erschließt die Siedlung Hakenfelde, in der Einfamilienhäuser stehen. Auch die Niederneuendorfer Allee ist baufällig.
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