Als die polnisch-französische Schriftstellerin Anna Langfus (1920–1966) mit ihrem zweiten Roman „Gepäck aus Sand“ 1962 den Prix Goncourt gewinnt, heißt es in der Wochenzeitung Zeit über das Buch: „Es schildert ein junges Mädchen, das in fremdem Land fast verzagt, bis es bei einem sehr viel älteren Mann Hilfe, Heimat und Liebe findet: ein Leben, von Resignation überschattet.“ Der Autor hätte es auch anders formulieren können, zum Beispiel: Es schildert eine Überlebende aus Warschau, die schwer traumatisiert in der flüchtigen Beziehung zu einem sehr viel älteren Mann Halt sucht, vergeblich: ein Leben, vom Holocaust überschattet.
Prix Goncourt von 1962
Eine Sprache voller Widerhaken und Lücken: „Gepäck aus Sand“ von Anna Langfus
Die jüdisch-polnische Autorin hat den Holocaust überlebt. Sie sprach nicht darüber. In ihrer neuen Heimat Frankreich verblüffte sie mit ihrer spröden Literatur. Die Buchkritik.
Judith von Sternburg
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Anna Langfus ist in Polen aufgewachsen, sie wurde erst in Frankreich zu Schriftstellerin.
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