Die Spieler in der Einzelbewertung:
Rune Jarstein: Kaum mittendrin, dafür spielten seine Vorderleute stets zumeist zu souverän, aber doch mehr als nur dabei. Wie hieß noch mal der Strafraum-Irrlichterer, der früher im Tor von Hertha BSC stand? Selbst den Elfmeter von Kiyotake hätte er beinahe unten rechts noch rausgefischt. Beinahe.
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Yanni Regäsel: Der 19-Jährige, der bei den Reinickendorfer Füchsen groß geworden ist, überzeugte bei seinem ersten Profi-Einsatz mit ordentlicher Abgezocktheit. Pal Dardais Anweisung, zuerst vor allem hinten dicht zu machen, wertete er getrost als reine Empfehlung − und schaltete sich auf der rechten Seite regelmäßig mit in die Angriffe ein. Verhalf seinem Gegenspieler Felix Klaus jedenfalls zur Kurzarbeit: Der Stürmer musste sich zur Halbzeit auswechseln lassen.
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Sebastian Langkamp: So solide in der Viererkette, dass er zu dem Ensemble bei Hertha, dass von den Mannschaftsteilen die häufigsten Ballkontakte hatte. Und so solide, dass er Fehler gern den Nebenleuten überlässt. Dass Hannover nebenbei auch noch die Truppe der Liga ist, die am seltensten auf das Tor des Gegners geschossen hat, half vielleicht auch ein bisschen. Und als Lustenberger ausgewechselt wurde, durfte Langkamp sogar ein wenig Kapitän-sein üben.
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John-Anthony Brooks: Einer der Verlierer der Saison bisher aber nicht dieses Spiels. Rechtzeitig erinnerte sich Pal Dardai, dass er diesen Brooks ja auch noch irgendwo im Kader hat. Und Brooks machte hinten nicht nur hoch oben in der Luft dicht, sondern so manches Mal auch bei Schüssen unten.
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Marvin Plattenhardt: Herthas Fachmann für kunstvolle Rasuren, weite Einwürfe und spannende Krimis. Sorgte 20 Minuten vor Schluss mit einer in einen Trikotzupfer übergehenden Ringereinlage gegen den 96-er Uffe Bech dafür, dass Hannover mit einem Elfmeter nochmal Hoffnung schnuppern durfte. Kurz zumindest.
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Fabian Lustenberger: Als Herthas Kapitän stürmisch begrüßt in Hannover: Binnen weniger Minuten musste sich der brave Lustenberger vom Hannoveraner Leon Andreasen mächtig abräumen lassen beim Kopfball, so dass alle Zuschauer vermuteten, der Schiedsrichter habe seine Karten Zuhause vergessen, weil Andreasens Bewerbung um die erste Verwarnung unbeachtet blieb. Hat dann ähnlich rüde in der zweiten Halbzeit mit einer Grätsche den für Klaus eingewechselten Saint-Maximin begrüßt. Ausgewechselt wurde er in der Schlussviertelstunde wegen Oberschenkelproblemen.
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Per Skjelbred: Norwegische Fußarbeit in Vollendung. Solide, hart, unbeirrt, unfiligran, köperbetont und ungewöhnlich erfolgreich.
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Mitchell Weiser: Wartete geduldig auf seinen großen Moment bis zur 86. Minute, als er Hiroki Sakai austanzte und sich dann von Marceloim gegnerischen 16er gerade so sehr umtreten ließ, dass es zum Pfiff reichte. Indirekt also die Vorarbeit für Kalous ersten Dreierpack der Bundesliga. Anschließend flugs ausgewechselt, um den ordentlichen Gesamteindruck nicht mehr stören zu können.
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Vladimír Darida: Auch niedersächsischer Rasen eignet sich hervorragend für Dauerläufe und Glanztaten: Also baute Darida erst den Angriff auf, der Hertha 1:0 in Führung brachte, und danach bis zum Abpfiff nicht ab.
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Genki Haraguchi: Womöglich nennen sie ihn Zuhause nun auch senpu wie ihren Wirbelwind. Vielleicht finden die Japaner solche Naturvergleiche auch albern. Jedenfalls wirbelte Haraguchi so ordentlich auf der linken Seite, dass ein Wunder war, dass ihm nicht selbst schwindelig wurde davon. So erarbeitete er sich die besten beiden Hertha-Chancen im ersten Durchgang. Vielleicht war ihm auch schwindelig oder es war einfach immer nur der doofe linke Fuß, der nicht halb so gut ist wie der rechte, denn er traf nicht, sorgte aber zumindest dafür, dass Solomon Kalou den Ball zum 1:0 bekam.
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Salomon Kalou: Glänzte modisch schon mit einer kunstvollen Art Stirnband, das nicht den Kopf warmhalten, sondern die dort verletzte Stelle noch schützen sollte. Erzielte daher sein fünftes Saison-Tor nicht mit dem Kopf, nur mit Köpfchen. Als Herthas Stürmer-Unikat auf den Platz geschickt, schob er den Schuss so geschickt durch die Beine des Gegners Albornoz, dass Torwart Ron-Robert Zieler schnell der Jubel über die Nationalmannschaftsnominierung verging − zu irgendeiner Reaktion reichte die Zeit eh nicht mehr, als der Ball aus wenigen Metern reinging. Und dann bestach er noch als Topstürmer mit einer Top-Quote: Mit seinem elften Torschuss in dieser Saison erzielte er bei einem weiteren feinen Konter sein neuntes Pflichtspieltor. Nutzte dann auch noch den von Weiser herausgeholten Elfmeter in der 86. Minute, um erstmals in der Bundesliga drei Tore in einem Spiel zu erzielen, bevor er Alexander Baumjohann weichen durfte. Sportartikelhersteller sollen nun überlegen, das Kalou-Stirnband in Blau-Weiß in Serienproduktion zu geben.
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Jens Hegeler: Für Fabian Lustenberger in der 76. Minute gekommen, ohne dass genügend Zeit blieb den Spielfluss nachhaltig zu stören − oder zu beflügeln.
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Alexander Baumjohann: Gerade genug Zeit, ein paar Spuren auf dem niedersächsischen Rasen zu hinterlassen, nicht im Spiel.
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Valentin Stocker: Rechtzeitig genug eingewechselt, um beim Abpfiff live dabei zu sein.
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(BLZ)
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