So bewertet unser Reporter Max Bosse die Leistung der Hertha-Spieler:
Rune Jarstein, Torwart: Mehr Tore hat er zuletzt Ende Oktober kassiert, gegen Mönchengladbach. Seine Schuld war das nur bedingt. Den Freistoß vom Chelsea-Spieler im Werder-Trikot (Papy Djilobodji) parierte er gut, auch hielt er am Ende den Kopfball von Fin Bartels und somit den Punkt fest. Mehr wäre nur drin gewesen, wenn er eine wirklich große Parade bei einem der drei Gegentreffer gezeigt hätte.
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Mitchell Weiser, Rechtsverteidiger: Rettete in Bremens Drangphase in der ersten Hälfte gegen Florian Grillitsch und Anthony Ujah zwei Mal in letzter Sekunde. Auch seine energische Vorarbeit des 2:0 verdient Lob, als sein Solo kurz vor dem Strafraum per Foul gestoppt wurde. Kritikwürdiger war sein Auftreten in Hälfte zwei: oft einen Schritt zu spät.
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Sebastian Langkamp, Innenverteidiger: Sah sehr lange aus wie ein echter Langkamp: ruhig und besonnen. Irgendwie verwandelte er sich zum Ende hin jedoch zu einem zweiten Brooks. Woher die Hektik kam, wusste er selbst nicht.
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John Antony Brooks, Innenverteidiger: Mitten im Bremer Karneval fand er nicht die richtige Balance zwischen Eifer und Cleverness. Leitete mit einer Fahrlässigkeit gegen Theodor Selassie die Druckperiode der Bremer ein, und musste sich darüber nur deshalb nicht ärgern, weil Langkamp zu diesem Zeitpunkt noch Langkamp war und klärte. Vor dem 1:2 griff er zu spät ein, um Bartels zu bremsen. Langkamp machte es ihm nach.
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Marvin Plattenhardt, Linksverteidiger: Nachdem Levin Öztunali an der Eckfahne um ihn herumgewirbelt war, musste man fürchten, dass sein Gleichgewichtssinn einen bleibenden Schaden davongetragen hat. Mit seinem famosen Freistoß bewies er das Gegenteil.
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Per Skjelbred, defensives Mittelfeld: Noch einer, der zwischenzeitlich Brooks ähnelte. Allerdings machte er sich nur eine Stärke des Verteidigers zu Eigen: gewann so gut wie jedes Kopfballduell. In der Nähe des gegnerischen Strafraums hätte er sich hingegen ein Beispiel an Vladimir Darida nehmen sollen, dort war er zu unentschlossen. Nachdem er seinen Posten im defensiven Mittelfeld wie vom Trainer befohlen geräumt hatte, um auf der linken Seite weiterzuspielen, war die Bahn für den Gegner plötzlich frei.
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Fabian Lustenberger, defensives Mittelfeld: Schimpfte nach dem Elfmeterpfiff wie man nur schimpfen kann – nicht über den Schiedsrichter, sondern über sich selbst. Die Grätsche gegen Ujah war so überflüssig wie eine Sperrstunde im Karneval. Stand der Dinge: Ist noch nicht so richtig in der Rückrunde angekommen.
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Genki Haraguchi, rechtes Mittelfeld: Bat seine Gegenspieler mit japanischer Höflichkeit zum Tanz und entwischte ihnen dann in Windeseile. Nach dem Seitenwechsel wurden die Bewegungen des mit Gelb verwarnten Außenspielers langsamer. In der 69. Minute nahm ihn der Coach vom Feld.
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Vladimir Darida, offensives Mittelfeld: Spieler wie er können den Unterschied machen – mit einem brillanten Tor ohne Vorwarnung. Um den Unterschied zu wahren, hätte er jedoch Bartels nicht zum Anschlusstreffer enteilen lassen dürfen.
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Salomon Kalou, linkes Mittelfeld: Nährte die Zweifel, dass sich der Kalou aus der Saison 2014/2105 nach Bremen geschmuggelt hat. Wo war die überragende Effizienz? Der vierte Versuch war dann aber drin. Es war doch der Goalgetter-Kalou: Tor Nummer zehn.
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Vedad Ibisevic, Angriff: Bemühte sich redlich, kam aber bis auf in der 5. Minute nicht wirklich zum Abschluss. Das lag mal daran, dass der Ball nicht zu ihm kam, mal daran, dass er der Ball sich nicht vom Fuß lösen wollte.
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Johannes van den Bergh, Linksverteidiger: Kann auf Wunsch des Trainers so ziemlich jeden Spieler in der Defensive imitieren. Deshalb schätzt ihn der Coach so sehr. Ist normalerweise einen Tick Schwächer als die Originale und wird daher meist eingewechselt. In Bremen zum achten Mal (69. für Haraguchi). Zwei Minuten später rannte sein Coach jubelnd auf den Rasen, denn sein Joker war die perfekte Mischung aus Haraguchi, Weiser und Skjelbred. Leider gingen trotz der Vorarbeit zum 3:1 noch zwei Punkte verloren.
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Niklas Stark: Kam in der 86. für Angreifer Ibisevic, weil Dardai inzwischen sogar um den letzten verblieben Zähler fürchtete. Half bei der Verteidigung.
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Jens Hegeler, defensives Mittelfeld: Wurde in der Nachspielzeit für Skjelbred eingewechselt, musste aber niemanden mehr imitieren.
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Pal Dardai, Trainer: Die defensive Stabilität ging überraschend verloren, nachdem er nach einer Stunde das Spielsystem von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umgestellt hatte. In der Folge klingelte es drei Mal auf der falschen Seite.
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