Eishockey

Eisbären Berlin: Der eine Job ist erledigt, die Arbeit aber noch nicht getan

Der Rekordmeister setzt sich gegen die Straubing Tigers durch und erreicht das DEL-Finale. Die Serie gegen Bremerhaven startet nächste Woche Mittwoch.

BLZ mit dpa
4 Min
Ein ungewöhnliches Outfit, welches Frederik Tiffels (Mitte) von den Eisbären Berlin im Interview mit Experte Sven Felski (l.) und Moderator Holger Speckhahn nach dem Spiel gegen die Straubing Tigers trug.

Ein ungewöhnliches Outfit, welches Frederik Tiffels (Mitte) von den Eisbären Berlin im Interview mit Experte Sven Felski (l.) und Moderator Holger Speckhahn nach dem Spiel gegen die Straubing Tigers trug.

© City-Press

Allein beim Blick auf die spielentscheidende Szene kam man bei der Frage nach dem auffälligsten Spieler in dieser Partie an Ty Ronning nicht vorbei. Wie schon eine Woche zuvor beim drittlängsten Spiel in der Historie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hatte der Amerikaner auch in der fünften Play-off-Partie gegen die Straubing Tigers in der Verlängerung den Treffer erzielt, der die Eisbären Berlin diesmal nicht nur zum Sieger dieses Spiels, sondern zum Gewinner der Halbfinalserie krönte.

Eisbären Berlin erreichen zum 13. Mal das DEL-Finale

Eine feine Einzelleistung aus der eigenen Zone bis vor das gegnerische Tor krönte der 26-Jährige mit einem tollen Treffer zum 3:2, der die Eisbären Berlin zum 13. Mal in ihrer Vereinsgeschichte in das DEL-Finale einziehen ließ. „Wir haben diesen Job erledigt, aber wir haben noch Arbeit vor uns“, sagte Ronning nach dem Spiel und mit Blick auf das Duell mit den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Ähnlich klang auch Serge Aubin: „Wir haben uns das Recht verdient, im Finale zu spielen. Aber der Job ist noch nicht erledigt“, sagte Eisbären-Trainer.

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Zuvor hatte sich der ehemalige Serienmeister am Mittwochabend im fünften Halbfinalspiel gegen die Straubing Tigers mit 3:2 in der Verlängerung durchgesetzt. „Die Erwartungen an uns sind immer hoch. Wir sind in Berlin, wir sind hier, um zu gewinnen. Das gilt für die Spieler und den ganzen Trainer- und Betreuerstab.“

In der Vorsaison hatten die Berliner als Titelverteidiger noch überraschend die Play-offs verpasst. Das Team wurde teilweise umgebaut, an Aubin aber festgehalten. Jetzt sind die Eisbären wieder dort, wo sie nach eigenen Ansprüchen hingehören. Der zehnte DEL-Meistertitel soll jetzt an die Spree geholt werden. So sieht es auch Tobias Eder, der den wichtigen Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielt hatte. „Jetzt haben wir es so weit geschafft, jetzt wollen wir das Ding auch nach Hause bringen“, sagte der Nationalstürmer, der nach der enttäuschenden Vorsaison aus Düsseldorf gekommen war.

Dem 26 Jahre alten Angreifer ist sich aber bewusst, dass sich die Berliner im Finale gegen das große Überraschungsteam der Saison noch steigern müssen. „Wenn man Bremerhaven jetzt das ganze Jahr über betrachtet, machen die unfassbar wenig Fehler. Die ziehen einfach seit Tag eins ihr Spiel extrem konsequent durch“, lobte Eder. „Wir wissen, was auf uns zukommt und dass wir definitiv noch eine Schippe oder auch zwei drauflegen müssen.“

Schließlich war die Serie gegen Straubing knapper, als es der 4:1-Endstand vermuten lässt. Jedes einzelne Spiel war hart umkämpft, zweimal konnten sich die Berliner erst in der Overtime durchsetzen. „Ich zolle Straubing großen Respekt, sie haben uns einige Schwierigkeiten bereitet“, sagte Trainer Aubin. „Letztlich haben die Special Teams den Unterschied gemacht. Wir waren in der Lage, die Schlüsselmomente zu nutzen.“

Dabei profitierten die Berliner vor allem davon, dass sie ihre Erfolgsquote in Überzahl, die in der Hauptrunde lediglich bei knapp 17 Prozent gelegen hatte, in den Play-offs auf über 29 Prozent steigern konnten. Eder hob zudem hervor, dass sich die Mannschaft auch von Rückschlägen nicht beeindrucken ließ. „Wir haben genügend Charakter in der Kabine“, betonte er. „Wir wissen, dass wir genügend Qualität haben, um ein Spiel zu drehen.“

Wie schon im Viertelfinale gegen Mannheim waren die Berliner aber allzu oft auf Paraden ihres herausragenden Torhüters Jake Hildebrand angewiesen. Eder mahnte daher mit Blick auf die Finalserie ein konsequenteres Abwehrverhalten an. „Wir können uns nicht immer darauf verlassen, dass der Jake uns den Arsch rettet“, sagte der Angreifer, der sich mit der Mannschaft von den Fans in der Arena am Ostbahnhof für den Finaleinzug feiern ließ.

Frederik Tiffels wird von der eigenen Mannschaft ausgezeichnet

Den hatte Ty Ronning mit seinem Treffer ermöglicht, intern zum besten Spieler des eigenen Teams aber wurde Frederik Tiffels von den Eisbären auserkoren und war als dieser deutlich an seinem Outfit nach dem Spiel, einer Holzfäller-Weste mit Karomuster und einer Fellmütze, zu erkennen. „Das ist eine kleine Ehrung innerhalb der Mannschaft“, erklärte Tiffels nach der Partie am Mikrofon von Magenta Sport. Beim nächsten Sieg, so der Angreifer, gehe dieses Outfit aber schon wieder an einen anderen Spieler. Bis zum ersten Duell der Finalserie mit Bremerhaven am 17. April (19.30 Uhr) aber haben die Eisbären nach fünf intensiven Spielen gegen Straubing erst einmal ein paar Tage Zeit zur Regeneration.

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