Eigentlich hatte alles so ausgesehen, als würde das Team die Vorzüge genießen können, dass man keinen Spieler zum Deutschland-Cup schicken musste. Während Mannheim – mit acht Mann bei der Nationalmannschaft vertreten – ausgesprochen ausgelaugt daherkam, wirkten die Eisbären nach dem 0:8 in Wolfsburg frischer. Die Lücke, die Jens Baxmann wegen eines Innen- und Kreuzbandrisses hinterlassen hat, fiel nicht weiter auf.
Der Berliner Andre Rankel (l) schoss heute das 3:0 gegen Iserlohn (Archivbild).
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Und weil auch zuletzt entflohene Tugenden wie die Bereitschaft, die Füße zu bewegen, oder Aggressivität zu zeigen, zurückkehrten, schien der Masterplan auch aufzugehen. Nach der kulinarischen Wiedergutmachung in Form eines Grillfestes am Sonntag sollte mit einem entsprechenden Ergebnis auf dem Eis das Debakel vor zwei Wochen ausgeräumt werden.
Plötzliche Schlafmützigkeit
Ein bisschen zu sicher fühlte man sich dann aber wohl doch mit der 1:0-Drittelführung, nachdem André Rankel die Abstimmungsprobleme in der Mannheimer Verteidigung ausgenutzt hatte. Denn kaum war die Pause beendet, präsentierten die Eisbären plötzlich die Schlafmützigkeit, die zuvor die Gäste präsentiert hatten. Zwei Aussetzer reichten dann auch schon aus, um plötzlich wieder im Rechtfertigungsmodus zu landen, heißt: 1:2.
Vieles erinnerte jetzt wieder an das Harakiri-Eishockey, das die Eisbären gerade in der Anfangsphase der Saison reichlich präsentierten. Die Offensive sorgte kaum für Impulse. Matt Foy, der nach langer Sprunggelenksverletzung seinen ersten Auftritt in dieser Saison hatte, fiel genauso wenig auf wie Jonas Schlenker, der zum ersten Mal überhaupt Ligaluft schnuppern durfte.
Dass die Eisbären aber auch die Kunst beherrschen, aus der größten Trostlosigkeit Glückserlebnisse für seine Anhänger zu kreieren, präsentierten sie zwei Minuten vor Schluss. Daniel Weiß hatte für eine erneute Trendwende gesorgt und die Kehlen der 11 900 Zuschauer in Schwingung gebracht. Im Kabinengang sagte er später: „Tore vor der Pause sind einfach extrem wichtig.“
Meister der Verwandlung
Dass sich dieser Aufschwung dann bis zum Ende der Partie fortsetzen sollte, deutete sich dann allerdings erst mit dem Schlussakkord an. Als sich nach 50 Minuten die Kufen der Gäste merklich langsamer über das Eis bewegten, setzten die Hausherren zu einem unwiderstehlichen Finale an.
Dass sich das Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers am Sonntag (14.30 Uhr) jetzt wieder deutlich entspannter angehen lässt, lag dann in den Stöcken von T.J. Mulock und Julian Talbot. Wie schon so oft in dieser Saison haben sich die beiden Stürmer als Meister der Verwandlung präsentiert, als Torschützen in brenzliger Ausgangslage.
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