Das 3:2 der Eisbären gegen den EHC München am Freitagabend nach Penaltyschießen hat allerhand wichtige Erkenntnisse geliefert. Die wichtigste ist wohl die, dass die definitive Teilnahme an den Pre-Playoffs erst am Sonntag (14.30 Uhr) in der Partie gegen den direkten Konkurrenten Augsburg gesichert werden kann.
In der Anfangsphase waren vor allem die positiven Erfahrungen vorherrschend. Dazu gehört, dass Trainer Jeff Tomlinson im Sturm über jede Menge Optionen verfügt. Wenn sich die sonstigen Torgaranten T.J. Mulock, der den entscheidenden Penalty verwandelte, und André Rankel mal etwas zurückhalten, springen andere in die Bresche. Diesmal waren es Darin Olver (3.) und Mads Christensen (14.). Beide zeigten zuletzt ohnehin stark ansteigende Form. Mit Routinier Mark Bell und dem jungen Sven Ziegler herrscht im Angriff mittlerweile zudem ungewohnte Flexibilität.
Allerdings offenbart die beste Mannschaft des Februars noch allerhand Defizite, die man unbedingt abstellen muss, will man noch lange im Geschäft bleiben. Nach wie vor gehen die Eisbären viel zu fahrlässig mit ihren Torchancen um. Die Münchner Truppe hatte dem druckvollen Spiel der Eisbären lange wenig entgegenzusetzen. Dennoch mussten sich die Hausherren am Ende mit zwei Punkten zufriedengeben und im Kampf um Platz acht einen minimalen Dämpfer hinnehmen. Alexander Barta und Yannic Seidenberg hatten jeweils für den Ausgleich gesorgt.
Ein Raunen in der Arena am Ostbahnhof
Auch im Powerplay läuft noch allerhand unrund. Nur selten gelang es den Berlinern, sich hier dominant in Szene zu setzen. Nicht einmal in der 31. Minute, als man gleich mit zwei Mann in der Überzahl spielte. So manchem Berliner Anhänger unter den 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof entglitt da ein Raunen. Später nahm diese Gefühlsäußerung sogar noch zu. Da schlichen sich doch allerhand Fehler und Leichtsinnigkeiten in das Eisbären-Spiel ein. Den Gästen gelang es, die Berliner komplett einzulullen und in die Defensive zu drücken.
Buschs Lob auf die Team-Geschlossenheit in der zweiten Drittelpause war eine passende Zusammenfassung des Geschehens bis zu diesem Zeitpunkt. Danach ist noch deutlicher Nachbesserungsbedarf. Ganz so locker wie früher geht es derzeit einfach nicht.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de