Am Ende unterlagen die Eisbären 1:5 (0:3, 0:2, 1:0) beim EHC Red Bull München vor 6142 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Eissporthalle. 1:2 nach Spielen steht es damit aus Sicht der Berliner. Am Freitag steht in der Hauptstadt in der Arena am Ostbahnhof (19.30 Uhr) die vierte Verabredung an. Zuvor messen sich an diesem Mittwoch in ihrem dritten Spiel noch die anderen beiden Halbfinalisten aus Nürnberg und Wolfsburg.
Begonnen hatte das Spiel ganz ähnlich wie der erste Vergleich an selber Stelle am Freitag. Wieder waren es die Berliner, die zunächst gefährlich wurden. Mit dem Unterschied jedoch, dass diesmal sehr wenig Zeit verstrich, ehe auch Berlins Torwart Petri Vehanen gefordert war – und zwar gleich mehrfach. Die ersten Versuche konnte er noch parieren, in der 6. Minute aber musste sich der Finne geschlagen geben. Dominik Kahun war nicht angegriffen worden und hatte Wolf bedient, der aus geringer Entfernung traf. Es war zugleich die erste Unterzahlsituation der Berliner gewesen.
Berliner wirkten Münchner Sturmlauf nicht gewachsen
Auch in der Folge stand Vehanen häufig im Blickpunkt. Eine Chance nach der anderen erspielten sich die Münchner, und in der 11. Minute war es zum zweiten Mal passiert. Brooks Macek, zweifacher Torschütze im ersten Spiel beim 3:2-Sieg der Berliner nach Verlängerung, bediente nach einem Konter Steven Pinizzotto, der präzise vollendete. Im zweiten Spiel beim 2:1-Erfolg der Münchner in Berlin am Sonntag war Pinizzotto bei seinem Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause noch an beiden Toren des Meisters beteiligt gewesen. Nun traf er erstmals nach seiner Rückkehr selbst.
„Wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen, müssen schnell und aggressiv sein. Die Berliner müssen ja müde sein“, hatte Münchens Stürmer Frank Maurer gesagt, „wenn wir unser Spiel durchziehen, aggressiv spielen und unser wahres Gesicht zeigen, hat es jede Mannschaft gegen uns schwer, auch Berlin.“
So sah das nun auch aus. Und die Berliner, die sich in der Hauptrunde gerade so in die Pre-Playoffs gerettet hatten und bereits doppelt so viele Playoff-Minuten absolviert haben wie die Münchner, wirkten dem Sturmlauf des Favoriten nun in der Tat nicht gewachsen.
Pfostenschuss von Daniel Fischbuch
Von einer Turbulenz in die nächste taumelte die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp. Zumal die Scheibe nach einer Viertelstunde bereits zum dritten Mal im Tor der Gäste zappelte. Diesmal hatte Kahun ansatzlos aus der Distanz abgeschlossen und die gesamte Berliner Defensive sowie den sonst erneut starken Torwart Vehanen überrumpelt. Mit Beginn des Mitteldrittels hatten sich die Eisbären gefangen.
Beleg dafür war der Pfostenschuss von Daniel Fischbuch (22.). Ähnlich knapp verpasste er bald darauf den Anschluss, als sein Versuch nur knapp am Münchner Tor vorbeistrich. Im Spiel waren die Berliner nun, doch ein bisschen wirkte es auch, als ließe es der Gastgeber des ehemaligen Eisbären-Coaches Don Jackson nach dem enormen Tempo in den ersten 20 Minuten jetzt bewusst gemächlicher angehen. Dennoch waren es die Münchner, die nach 30 Minuten trafen, erneut durch Wolf. Und als Macek sogar in Unterzahl auf 0:5 erhöhte (37.), hatte sich die Aussicht auf eine Überraschung auch für die größten Optimisten erledigt.
„Sie sind besser im Powerplay. Sie sind besser im fünf gegen fünf. Jeder Fehler wird sofort bestraft“, stellte Berlins Verteidiger Frank Hördler bereits vor dem letzten Drittel fest und dachte schon ans nächste Treffen am Freitag: „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und versuchen, ein gutes Gefühl zu kriegen.“ Das klappte zumindest insofern, dass die Eisbären im Schlussdrittel nach Zuspiel von Kyle Wilson durch Laurin Braun zum 1:5 kamen (47.).
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