Eine Eisenbahn quer durch die Wüste – ist das Größenwahn? Tatsächlich fuhren schon einmal vor mehr als 100 Jahren Züge von Damaskus nach Medina, um Pilger in die heiligen Städte zu bringen. Doch das nahm ein böses Ende. 1900 hatte der damaligen osmanischen Herrscher Sultan Abdulhamid II. den Bau der 1463 Kilometer langen Strecke nach Mekka verkündet. Er engagierte den Ingenieur Heinrich August Meissner aus Sachsen als Bauleiter. Auch die Lokomotiven kamen aus Deutschland.
50.000 osmanische Soldaten bauten die Strecke mit 1532 Brücken, 96 Stationsgebäuden und unzähligen Zisternen. 1908 fuhren die ersten Loks bis nach Medina. Der Weiterbau nach Mekka scheiterte aber am Widerstand örtlicher Stämme. Vor allem zur Pilgersaison waren die Züge gut gefüllt. Sie fuhren dreimal täglich. Die Pilger brauchten bis zu vier Tage mit dem Zug. Die Kamel-Karawanen benötigten 40 Tage, bei täglich 13 Stunden Ritt.
Die militärische Bedeutung der Hedschasbahn wurde ihr im Ersten Weltkrieg zum Verhängnis. Regelmäßig verübten aufständische Beduinen Sprengstoffanschläge. Ihr Anführer war der britische Offizier Thomas Edward Lawrence, besser bekannt als Lawrence von Arabien. Er vereinte die Araberstämme gegen die Osmanen.
Immer schwieriger wurde in dieser Zeit die Versorgung der Loks mit Brennstoff. Im Libanon gab es nur geringe Kohlevorkommen. Den Seeweg blockierten die Briten. Schon 1916 waren alle erreichbaren Baumbestände entlang der Bahnlinien verheizt, inklusive alter Olivenhaine und der Inneneinrichtung vieler Wagen. Den Rest erledigte Lawrence: 25 Züge, 57 Brücken und viele Kilometer Gleise hat er zerstört.
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