Eishockey

Charles Linglet stürmt ab sofort für die Eisbären

Sein Können soll er am Dienstagabend gegen Schwenningen unter Beweis stellen.

Benedikt Paetzholdt
3 Min
Charles Lignlet ist schon am Dienstag in Einsatz.

Charles Lignlet ist schon am Dienstag in Einsatz.

© imago sportfotodienst

Geht man streng nach dem Profil, das  die Eisbären von ihrem neuen Stürmer fordern,  ist Charles Linglet nur bedingt die Traumbesetzung.  Gesucht wurde in erster Linie ein Mittelstürmer,  bekommen hat man nun einen Außenstürmer für den linken Flügel. „Wir wollten den bestmöglichen Spieler verpflichten“, sagte der Sportliche Leiter  Stefan Ustorf. Gegen Schwenningen sollte er am Dienstagabend sein Können gleich mal unter Beweis stellen.

Was Linglet auszeichnet: „Seine Erfahrung und die Qualitäten, die er beim Scoring mitbringt“, sagt Ustorf.  34 Jahre zählt der Kanadier. Kennzeichen für seine überdurchschnittliche Begabung sind  277 Einsätze in der Kontinental Hockey League (KHL). Zwischen 2010 und 2016 hat er 71 Tore erzielt, 119 vorbereitet. Vor allem bei Dinamo Minsk wusste er zu überzeugen. Und weil es im Eishockey so schön einfach ist, Nationalspieler eines anderes Landes zu werden, lief er für das weißrussische Team auf.

Eine Saison, zwei Vereinswechsel

Im vergangenen Jahr waren gewisse Abnutzungserscheinungen in der KHL aber erkennbar. In 23 Spielen  für Minsk gelang ihm kein einziger Treffer. „Ich brauchte eine andere Umgebung“, sagte er. Er entschied sich  deshalb für die Weiten Finnlands, einen Tag vor Heiligabend heuerte er bei Tappara Tampere an.  Ein Missverständnis, wie sich schon bald herausstellen sollte. „Die Trainer und ich waren auf verschiedenen Wegen unterwegs“, sagt Linglet. So wechselte er nun innerhalb dieser Saison zum zweiten Mal den Klub.

Selten war die Redewendung der Nacht-und-Nebel-Aktion so passend wie   bei diesem Wechsel. Am Montagabend twitterte er vom Flughafen in Tampere: „Off to a new adventure.“ Um 23 Uhr veröffentlichte der Verein dann ein erstes Foto aus der Kabine in der Arena am Ostbahnhof. Am Dienstag um 10 Uhr stand er mit seinen neuen Kollegen  zum ersten Mal auf dem  Eis.  „Ich war ganz froh über die Zeitverschiebung“, sagte er. So sei etwas mehr Zeit zum Erholen geblieben.

Ustorf jedenfalls ist froh, dass die zähe Suche nach Verstärkungen zu einem ersten Treffer geführt hat. „Der Markt ist in diesem Jahr anders als sonst. Alle Vereine in Europa rüsten derzeit auf.“   Sobald Spieler  aus der NHL oder der KHL frei werden,  sind die Teams aus Schweden, Finnland oder der Schweiz mit ihren üppigeren Budgets im Vorteil. Und selbst hierzulande müssen sich die Berliner inzwischen strecken, um gegen München, Nürnberg, Mannheim oder Köln nicht den Anschluss zu verlieren.

Dass akuter Handlungsbedarf besteht, zeigte sich zuletzt auf dramatische Weise beim 1:6 in Nürnberg. „Das sah fast schon amateurhaft aus“, sagte Ustorf über die knapp besetzte Spielerbank ohne zehn Stammkräfte. Linglet  hat deshalb   ganz richtig erkannt: „In welcher Reihe ich spiele, hängt davon ab, wer  überhaupt dabei ist.“

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