Eishockey-Nationalmannschaft

Fehlstart als Bundestrainer: Kreis macht sich Bild von deutschen Eishockeyprofis

Harold Kreis hat mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in der WM-Vorbereitung zwei deutliche Niederlagen gegen Tschechien kassiert.

sid
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Tschechiens Vjtech Mozik (l.) kämpft mit dem Berliner Marcel Noebels um den Puck.

Tschechiens Vjtech Mozik (l.) kämpft mit dem Berliner Marcel Noebels um den Puck.

© Patrick Scheiber/imago

Nach seinem Fehlstart als Eishockey-Bundestrainer suchte Harold Kreis nach positiven Erkenntnissen. „Wir haben einige gute Aktionen gehabt. Man hat gesehen, dass die Spieler es gut machen wollten“, sagte der 64-Jährige nach dem 1:5 gegen Tschechien, der zweiten deutlichen Niederlage innerhalb von 48 Stunden gegen den zwölfmaligen Weltmeister.

Unter dem Strich überwogen nach elf Gegentoren in den ersten beiden Vorbereitungsspielen für die WM in Tampere und Riga (12. bis 28. Mai) aber die Mängel. „Wir haben im Vorwärtsgang die Scheibe zu leicht hergegeben. An manchen Stellen wurde es ein wenig zu kompliziert“, resümierte Kreis: „Wir hätten vielleicht das ein oder andere Mal einfach direkt aufs Tor schießen können.“ Der frühere Nationalspieler weiß jetzt, welche Arbeit auf dem Weg zu seiner ersten Weltmeisterschaft als Bundestrainer noch auf ihn wartet.

DEB-Auswahl macht es Tschechien zu leicht

Gegen den WM-Dritten Tschechien war die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nur phasenweise gleichwertig – in den ersten 30 Minuten beim 2:6 am Donnerstag in Kassel und im zweiten Drittel zwei Tage später in Frankfurt. Ansonsten überforderten Tempo und spielerische Klasse der Tschechen das deutsche Team, in dem noch die Spieler der DEL-Halbfinalisten sowie Verstärkungen aus Nordamerika fehlten. Individuelle Fehler schenkten dem Gegner – sogar in eigener Überzahl – mehrere Tore.

„Wir haben es den Tschechen zu leicht gemacht“, meinte Stürmer Dominik Bokk: „Die nutzen die Fehler eiskalt aus.“ Der Frankfurter erzielte das einzige Tor für die deutsche Mannschaft. Am Donnerstag in Kassel hatten der Düsseldorfer Tobias Eder und der Berliner Jonas Müller getroffen.

Vor allem den Spielern vom früh gescheiterten Titelverteidiger Eisbären Berlin war anzumerken, dass sie mehr als fünf Wochen ohne Spielpraxis waren. „Es ging erstmals ums Reinkommen“, sagte Kapitän Marcel Noebels, „wir haben sehr gut trainiert, eine harte Woche hinter uns. Die Jungs hatten auch schwere Beine.“

Wie der Start in die WM-Vorbereitung ausfällt, sei ohnehin zweitrangig: „Jetzt zählt es nicht, ob wir gewinnen oder verlieren, sondern für uns ist wichtig, dass wir in die Form kommen, die wir brauchen.“ Dann, wenn am 12. Mai in Tampere gegen Schweden die WM beginnt. Schon am Donnerstag (19.30 Uhr/Magenta Sport), wenn in Deggendorf Österreich der nächste Testspielgegner ist, wird das DEB-Team anders aussehen: Dann sollen die Verlierer der DEL-Halbfinals sowie die bislang geschonten Spieler Moritz Müller (Kölner Haie) und Dominik Kahun (SC Bern) dazugehören.

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